Frust bei Obama: Das Öl fließt immer noch

Noch immer strömt Öl aus: Arbeiten an dem Bohrloch im Golf von Mexiko in 1500 Meter Tiefe.

"Hast du das Loch endlich verschlossen, Papa?" Wenn er sich morgens rasiere, stecke seine Tochter Malia den Kopf ins Badezimmer, um ihn das zu fragen. Das erzählte der Präsident der USA, Barack Obama.

Und er muss seiner Tochter immer wieder antworten: Nein, leider noch nicht. Malia ist elf Jahre alt. Sie meint das Loch am Meeresgrund vor der Südküste der USA. Dort sprudelt Öl heraus, seit an der Stelle vor einigen Wochen eine Bohrinsel explodiert und untergegangen ist. Jeden Tag strömen unzählige Liter von dem schmierigen Zeug ins Meer. Und zwar wohl viel mehr als gedacht. Seit dem Unglück seien insgesamt mehr als 36 700 Tonnen Öl ins Meer geflossen, schätzen Experten der US-Regierung.

Das Öl ist eine riesige Gefahr für die Natur. Strände sind verseucht, Tiere sterben. Und weder der amerikanische Präsident noch jemand anderes haben es bisher geschafft, die Lecks am Meeresboden zu stopfen. Barack Obama und seine Leute mussten dafür schon viel Kritik einstecken. Vor allem die Bewohner an der Küste sind frustriert und fühlen sich im Stich gelassen.

Besonders groß ist der Ärger auch über die Behörde der Regierung, die die Bohrungen nach Öl im Meer genehmigen muss. Sie habe damit kräftig Geld verdient und dabei viel zu wenig auf Sicherheit und Umweltschutz geachtet, heißt es.

Am Freitag wollte der Präsident noch einmal zeigen, wie sehr ihm das Thema am Herzen liegt. Er wollte zum zweiten Mal in die betroffene Region reisen und sich dort umschauen. "Ich übernehme die Verantwortung. Es ist mein Job sicherzustellen, dass alles getan wird, das zu beenden", sagte er vor der Abreise.

Obama will auch die Ölfirmen stärker an die Leine nehmen. Es soll für die Firmen künftig schwerer werden, eine Erlaubnis zu bekommen, um in tiefen Küstengewässern zu bohren. Außerdem sollen die Sicherheitsregeln für solche Bohrungen verschärft werden.

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