Notfallseelsorger hören traurigen Leuten zu

Nach dem schlimmen Unfall auf der Loveparade trauern viele Menschen und zünden eine Kerze an.

Manche Menschen erleben in ihrem Leben richtig schlimme Dinge. Damit sie mit ihrem Kummer nicht allein sind, gibt es unter anderem Notfallseelsorger.

Zu ihnen gehört auch Joachim Müller-Lange. Und was genau macht er als Notfallseelsorger so? Wenn zum Beispiel ein Mensch bei einem Autounfall stirbt fährt der 55-Jährige gemeinsam mit der Polizei zu der Familie des Toten. Dort überbringt er ddie traurige Nachricht. Danach bleibt er noch bei der Familie und versucht zu helfen. Meist hört er den Leuten zu und er versucht, sie zu beruhigen.

So ähnlich war es auch am Samstag in Duisburg. Da starben bei der Loveparade im Bundesland Nordrhein-Westfalen mehrere Besucher. Es gab Hunderte Verletzte und manche Leute wurden noch vermisst. Die Loveparade war eine riesige Musikveranstaltung. Und Joachim Müller-Lange und seine Kollegen halfen dort den verängstigten oder geschockten Leuten.

Manche dieser Leute wurden dann in extra Zelte gebracht, wo die Notfallseelsorger warteten. Und was machten die Experten dann? "Zuhören und noch mal zuhören", erzählt der 55-Jährige. Denn viele der Hilfesuchenden hatten selbst in der Menschenmasse gesteckt. Andere waren sehr aufgeregt, weil sie im Trubel zum Beispiel ihren Freund verloren hatten und sich um diesen sorgten.

Manchen dieser verängstigten Leute wird es aber schon in einigen Tagen und Wochen wieder viel bessergehen, glaubt der Experte. Sie müssen dann nicht mehr ständig an das Erlebte denken.

Andere gingen aber vielleicht nicht mehr so gerne in einen Raum mit vielen Leuten oder in einen engen Fahrstuhl, sagt Joachim Müller-Lange. Denn zu dem Unglück bei der Loveparade war es gekommen, als ganz viele Menschen dicht an dicht gedrängt standen. Und da brach dann wohl Panik aus.

Es könnte sein, dass Leuten auch Wochen später immer wieder die Bilder des Unglück plötzlich erscheinen. Und dass diese Menschen sehr schreckhaft sind. Sie brauchen dann meist noch mal extra Hilfe.

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