Noch keine Langeweile im falschen Raumschiff

Die Crewmitglieder der Mission "Mars500" machen bei einem Experiment mit: Sie sollen einen Flug zum Mars möglichst genau nachspielen.

520 Tage - das ist eine ganz schön lange Zeit. Vor allem wenn man in einen Container eingeschlossen ist. So geht es gerade sechs Männern. Sie wohnen seit etwa zwei Monaten in einem nachgebauten Raumschiff.

Das ist ein röhrenförmiger Container, der in Moskau in Russland steht. Die Männer tun so, als würden sie zum Mars fliegen - und zurück. Dabei machen die Probe-Astronauten viele Tests. Denn Wissenschaftler wollen herausfinden, ob ein echter Flug zum Mars vielleicht schon in ein paar Jahren möglich wäre. Und was man tun kann, damit er für die echten Astronauten möglichst erträglich wird.

Es sieht so aus, als wäre noch keine Langeweile im Container aufgekommen. "Keiner von denen will schon raus", erzählte ein Experte. Alle seien mit viel Begeisterung dabei. Wissenschaftler draußen überprüfen, ob die Männer auch wirklich wie besprochen alle Tests machen. Dazu hängen Kameras im Container.

Einige Experimente haben sich auch deutsche Forscher ausgedacht. Und die sind begeistert von den bisherigen Ergebnissen: "Das ist gigantisch, wie die Jungs mitmachen", sagte ein Mediziner von einer Universität in Bayern. Er hat mit seinem Team den Nahrungsplan für die Männer ausgetüftelt. Jede Mahlzeit steht schon lange im Voraus fest. Alle würden das essen, was auf dem Menü steht - und auch immer vorbildlich an die Urinproben denken, berichtete der Wissenschaftler. Die Urinproben sind wichtig. Denn sie sollen helfen zu verstehen, welches Essen später gut für die echten Astronauten sein könnte.

Die Wissenschaftler sind gespannt, wie die Probe-Astronauten weiterhin damit klarkommen, so lange in dem engen Container eingesperrt zu sein. Denn noch stehen ihnen etwa 450 Tage bevor...

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