Nicht nur eklig: Manche Ratten retten Leben

Von wegen igitt! Diese Ratte ist doch niedlich. Und sie hilft - beim Minensuchen.

Magst du Ratten? Wenn du jetzt das Gesicht verziehst, geht es dir wie vielen Leuten. „Rund die Hälfte der Deutschen ekeln sich vor diesen Nagetieren“, sagt Experte Rainer Gsell.

Dass Ratten nicht gerade den besten Ruf haben, hat viele Gründe. Mit ihrem langen, nackten Schwanz sind sie nicht so niedlich wie andere Nager - etwa Kaninchen oder Meerschweinchen.

„Außerdem finden die meisten Menschen es abstoßend, dass Ratten im Dreck leben“, meint Biologe Marco Schneuer. „Sie leben in der Kanalisation oder in Abfällen und stinken deshalb oft.“ Aber was viel schlimmer ist: Ratten können Menschen schaden. Denn sie fressen Feldfrüchte und Vorräte. Sie nagen alles an, was sie vorfinden. Und sie können gefährliche Krankheiten übertragen.

Im Mittelalter vor einigen hundert Jahren zum Beispiel übertrugen Ratten oft die Pest. Das ist eine Seuche, an der damals viele Menschen starben. Über ihre Flöhe gaben die Nagetiere die Krankheit weiter, die sich dann sehr schnell ausbreitete.

Dennoch sind nicht alle Ratten gleich. Weltweit gibt es viele verschiedene Arten. Einige davon sind durchaus nützlich und retten sogar Menschenleben: In Afrika gibt es etwa die Riesenhamsterratten. Sie sind um die 40 Zentimeter lang, also länger als ein großes Lineal. Und sie können schwerer als eineinhalb Kilo werden, also deutlich schwerer als ein Päckchen Zucker. Einige dieser schlauen und lernbegierigen Tiere wurden trainiert, um als Spürratten zu arbeiten: Sie sollen Landminen finden.

Diese gefährlichen Minen können in die Luft fliegen, wenn man sie berührt. Sie wurden in manchen Ländern während eines Kriegs im Boden vergraben. Einige liegen dort immer noch versteckt und wenn man darauftritt, können sie explodieren. Das ist ziemlich grausam. Landminen haben schon viele Menschen getötet oder schwer verletzt.

Die Riesenratten helfen dabei, die Minen zu finden. Die Tiere haben einen guten Geruchssinn und erschnüffeln sie. Ihnen selbst passiert dabei nichts. Da sie viel leichter als ein Mensch sind, lösen sie die Minen nicht aus, wenn sie darübertapsen. Und Fachleute können die Minen dann unschädlich machen.

Wusstest du, dass Ratten lachen können?

Wusstest du, dass Ratten vielleicht lachen können? Der Wissenschaftler Jaak Panksepp meint, dass die Tiere heitere Geräusche von sich geben. Allerdings können wir Menschen die hohen Töne nicht hören.

Und wie hat der Wissenschaftler das herausgefunden?

Als er bei seinen Forschungsarbeiten einigen Tieren über den Bauch streichelte, gaben sie ein Art Quietschen von sich. Das ertönte im Ultraschallbereich - und das nehmen wir nicht wahr. Auch beim Spielen miteinander zirpen die Tiere in hohen Tönen.

Anscheinend lachen Ratten, wenn sie sich wohlfühlen und Freude empfinden - ganz wie wir.

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