Axolotls gibt es seit vielen Millionen Jahren – Sie haben eine besondere Fähigkeit

Neuer Arm? Kein Problem

Ganz schön clever: Der Axolotl ist ein „Regenerationskünstler“, denn er kann fehlende Köperteile wieder nachbilden. foto: dpa

Bekommt man zum ersten Mal ein Axolotl zu Gesicht, löst er bei den meisten wohl erst einmal Verwunderung aus. Das ist auch kein Wunder, denn ein Exemplar der kleinen Tiere sieht man nicht alle Tage.

Vor allem aber hat der Axolotl einige verblüffende Eigenschaften. Er sieht aus wie ein Mix aus einem Drachen und einem Fisch, lebt aber unter Wasser. Er hat einen kräftigen Ruderschwanz, einen breiten Kopf mit drei Kiemenästen auf jeder Seite, ein großes Maul und weit auseinander stehende Augen.

Axolotls sind eigentlich nie ausgewachsen. Sie bleiben ihr Leben lang im Larvenstadium und erreichen eine Größe von 25 bis 30 Zentimeter. Je älter sie aber sind, desto langsamer wachsen sie. In der Natur sind Axolotls braun bis grau. In einzelnen Fällen können sie aber auch ganz weiß sein, dann spricht man von Albino-Axolotls.

Axolotls gehören zu den nachtaktiven Schwanzlurchen. Zwar leben sie im Wasser, sie können aber auch eine Metamorphose durchmachen und so vom Wasser- zum Landtier werden. Dann könnten die Tiere über Land wandern und sich ein neues Gewässer suchen. Dies geschieht aber nur sehr, sehr selten.

Die außergewöhnlichen Tiere leben vereinzelt in Gewässern in Mexiko. In der freien Wildbahn gibt es sie nur sehr selten. Um die Artenvielfalt zu sichern, werden sie immer häufiger in Aquarien gezüchtet und gehalten.

Da die Tiere seit etwa 350 Millionen Jahren auf der Erde leben, gehören sie zu den ältesten, noch anzutreffenden Amphibienarten. Und nicht nur das. Der Axolotl verfügt auch über eine erstaunliche Fähigkeit: Verliert er ein Körperteil, weil er zum Beispiel von einem Feind abgebissen wurde, kann er es in wenigen Monaten komplett neu und ohne Narben wieder nachbilden. Der Grund dafür ist ein angeborener Schilddrüsendefekt.

Durch ihn können Axolotls sogar Organe ersetzen, wenn diese verletzt werden. Das ist natürlich etwas besonderes. Daher versuchen Forscher auch herauszufinden, wie das funktioniert, um eines Tages vielleicht Menschen helfen zu können, die Körperteile verloren haben oder neue Organe brauchen.

Ein Tier wird durchschnittlich 15 Jahre alt. Im Extremfall kann es aber auch bis zu 25 Jahren alt werden.

Der Name Axolotl kommt übrigens aus der Sprache der amerikanischen Ureinwohner Azteken und bedeutet so viel wie „Wassermonster“ oder „Wasserspielzeug“.

Von Jessica Bassing

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