Neue Musik: Die Schrotttrommler

Erstaunlich, womit man alles Musik machen kann...

Mit einem Kochtopf bereiten Leute normalerweise ihr Essen zu, in einer Keksdose bewahren sie Gebäck auf. Und einen Einkaufswagen fahren sie im Supermarkt herum. Logisch. Und wenn solche Sachen zu alt sind, landen sie oft im Müll.

Eine Gruppe aus Lüneburg in Niedersachsen macht mit solchen Sachen etwas ganz anderes: Musik. Die Leute trommeln damit.

Ob alte Ölfässer, Regentonnen, ausgemusterte Kochtöpfe oder Kanalrohre - die Musiker nehmen alles, was irgendwie klingt. "Fell drüber und das Kanalrohr gibt einen super Bass", sagt Jana Kroll. "Überall kann man noch einen guten Ton rausholen", sagt Diana Kellinghusen. Sogar aus alten Alu-Felgen oder Kaffeedosen.

Die Hobby-Musiker nennen sich Lüneburger Schrotttrommler oder kurz "L.S.T.". Alle Instrumente kommen vom Schrott oder aus dem Sperrmüll, sagt Schlagzeuglehrer Jörg Schwieger. Als Rasseln dienen zum Beispiel abgelaufene Medikamentendosen mit Pillen oder mit Steinchen gefüllte Aluminiumrohre.

"Es hat irgendwie auf einer langweiligen Familienfeier angefangen. Ich trommelte auf Flaschen und Gläsern und einer Heizung rum", erzählt Schlagzeuglehrer und "L.S.T"-Leiter Jörg Schwieger. Mit der Zeit habe er herausgefunden, dass Dinge wie Wassertonnen aus Kunststoff zum Teil sogar besser klingen als manches Schlagzeug.

Elf Trommler machen mit. Sie sind zwischen 15 und 59 Jahre alt. Sechzehn Stücke haben sie drauf. Darunter zum Beispiel auch "Smooth criminal" von Michael Jackson oder die "Kleine Nachtmusik" von Mozart.

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