Mylene macht Schmuck aus Müll

Mylene Virtucio mit ihrem Sohn Fritz in ihrer Hütte.

Manche Menschen sind so arm, dass sie Müllkippen nach nützlichen Dingen durchforsten müssen. Zu ihnen gehörte auch Mylene Virtucio.

Die 39-Jährige lebt mit ihren sieben Kindern in der Hauptstadt Manila auf den Philippinen in Asien. Ihr Zuhause ist eine winzige Holzhütte in einem Armenviertel. Doch es geht der Familie schon viel besser als früher. In der Hütte steht ein Fernseher, eine Kommode und ein Ventilator. Mylene Virtucio verdient Geld damit, dass sie Schmuck aus Altpapier macht. Der Schmuck kommt in reichen Ländern wie Großbritannien und den USA richtig gut an.

Frauen wie Mylene fertigen in Manila zum Beispiel Perlenketten aus Zeitschriften. Sie schneiden die bunten, glänzenden Papierseiten in schmale Streifen, rollen sie, kleben sie und tauchen sie in Lack. Eine Kette kostet rund neun Euro. Shops in London, New York und Los Angeles haben sie inzwischen im Angebot.

Außerdem basteln die Menschen im Armenviertel Taschen oder Geldbörsen aus Chipstüten und Zahnpasta-Tuben. Ein Renner sind die Taschen aus Metallverschlüssen von Getränkedosen. Die Frauen häkeln sie mit buntem Bindfaden kunstvoll zusammen.

Hinter dem Schmuck und den Taschen steckt eine philippinische Hilfsorganisation. In der riesigen Stadt Manila fallen jeden Tag ungefähr 7000 Tonnen Müll an. Zum Vergleich: Ein ausgewachsener Blauwal kann etwa 150 Tonnen wiegen. Tausende Menschen leben als Müllsammler von den Resten, mit denen sie irgendwie Geld verdienen. "Fantastisch, dass die Leute, die seit 20, 30 Jahren vom Müll leben, jetzt erstmals richtig Geld damit machen können", sagt die Gründerin der Hilfsorganisation. "Sie verdienen zehnmal so viel wie zuvor."

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