Das Meer ist eine Müllkippe

Das ist doch wirklich nicht schön: Hier will man doch nicht baden.

Unglaublich aber wahr: In der Nordsee liegt, schwimmt und schwebt irre viel Müll. So viel Müll, dass man damit mehrere Millionen normale Hausmülltonnen füllen könnte. Das sagen Fachleute.

Da treiben alte Limo-Flaschen neben leeren Kanistern, Schraubdeckeln und kaputten Badelatschen. Plastikbeutel schweben aufgeplustert knapp unter der Wasseroberfläche. Und alle paar Kilometer schwimmt ein leerer Joghurtbecher vorbei. Kurzum: Die Nordsee ist die reinste Müllkippe. Auch andere Meere und Ozeane sind schlimm verschmutzt.

Das haben meist Menschen gemacht. Sie werfen ihren Müll von Bord großer Schiffe. Sie verlieren Bonbonpapier und Eistüten am Strand. Sie lassen leere Sonnencremetuben achtlos in den Dünen liegen. Oder sie merken erst an Land, dass bei der Bootsfahrt wohl die Badelatschen ins Wasser gefallen sein müssen. Ganz oft gehen Dinge auch bei einem Sturm über Bord oder werden vom Wind aufs Meer geweht.

Besonders oft aber wird der Müll mit voller Absicht ins Meer gekippt. Säckeweise fliegt der Abfall dann beispielsweise auf hoher See von Bord. Zwar gibt es in den meisten großen Häfen Sammelstellen, an denen der Müll entsorgt werden kann. So manch einem Kapitän oder Matrosen ist das aber offenbar völlig schnuppe und vor allem: viel zu umständlich. Wozu die Säcke erst an Bord sammeln, wenn man ihn auch sofort loswerden kann? Zupp! Schon saust der nächste Müllsack ins Meer.

Unter der Gleichgültigkeit der Menschen leiden vor allem die Tiere. Zahlreiche Arten von Meerestieren verfangen sich regelmäßig im Müll. Meeresschildkröten zum Beispiel und sehr viele Seevögel. Auch Delfine und Robben sind betroffen. Sie bleiben an Schnüren hängen, stecken ihre Nasen in leere Dosen und Kanister oder verheddern sich in alten Netzen. Wer es nicht schafft, sich zu befreien, verhungert.

Informationen des Umweltbundesamtes: dpaq.de/egeDh

Weitere Informationen des Umweltbundesamtes: dpaq.de/BRhHj

Viele Tiere verwechseln die Plastikteile auch mit Nahrung. Für eine hungrige Meeresschildkröte sieht eine schwimmende Plastiktüte zum Beispiel ganz genauso aus wie eine leckere Qualle. Im Magen der Schildkröte aber kann die Tüte nicht verdaut werden. Das ist schlimm, denn das Plastik macht die Schildkröte satt, liefert aber keine Nährstoffe. Die Tiere verhungern deshalb mit vollem Magen.

Es hat viele Jahre gedauert, bis die Menschen an Land überhaupt verstanden haben, was auf dem Meer los ist. Und einige gucken bis heute lieber weg, wenn irgendwo auf See wieder ein Müllsack über Bord geht. Das ist ganz schön feige. Zum Glück aber gibt es auch die anderen: Natur- und Umweltschützer zum Beispiel, die an den Stränden Müll sammeln oder Tiere von Schnüren und Seilen befreien. Außerdem einige Politiker und Wissenschaftler, die dafür sorgen wollen, dass in Zukunft weniger Müll in die Ozeane gekippt wird.

Auch im Meer gibt's Lärm

Wenn wir beim Baden im Schwimmbad den Kopf unter Wasser tauchen, wird es sofort ziemlich still um uns herum. Wie aus weiter Ferne dringen die Geräusche an unser Ohr.

So muss es wohl auch unter dem Meer sein! Eine schöne Vorstellung, aber leider völlig falsch. Denn heutzutage herrscht auch im Meer oft ganz schöner Radau. Und genau wie an Land ist der Mensch Schuld daran: Er bohrt im Meeresboden nach Öl und Gas, baut Windräder ins Meer und schickt Frachtschiffe, Tanker und Fischereiflotten in großer Zahl aufs Wasser.

Für viele Meeresbewohner ist dieser Krach zum Problem geworden. Vor allem Wale und Delfine leiden unter der ständigen Lärmbelästigung. Denn diese Tiere sind für ihr Überleben auf ihr Gehör angewiesen. Sie brauchen es für die Suche nach Nahrung, um sich miteinander zu verständigen und um sich im Meer zu orientieren. Zahnwale zum Beispiel senden sogenannte Klick-Laute aus. Diese werden von Gegenständen im Meer, etwa von unterseeischen Bergen oder von Beutefischen, zurückgeworfen und von den Walen ausgewertet. Sie wissen dann, wie ihre Umgebung aussieht - und ob vielleicht gerade ihr Mittagessen vor ihnen schwimmt.

Ist es nun um die Wale herum zu laut, können sie sich selbst nicht mehr hören - und sich weder orientieren noch jagen. Krach kann Wale auch aus ihren angestammten Lebensräumen vertreiben. Auch wenn die Tiere an Land stranden, kann das am Lärm liegen, sagen Experten. Dabei schwimmen die Wale auf falschem Kurs an den Strand und finden nicht zurück ins offene Meer. In den meisten Fällen sterben sie dann.

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