Mattis hat Zucker -Aber was heißt das?

Alle drei Monate lässt Mattis sich untersuchen.

"Such dir einen Finger aus", sagt Mattis grinsend zu der Kinderkrankenschwester. Mattis Glagowski ist sieben. Gerade wird er mit einer Art blau-weißem Stift in den Mittelfinger gepikst.

In dem Stift steckt eine feine Nadel, mit der die Krankenschwester einen winzigen Tropfen Blut abnimmt. Den tropft sie auf einen Streifen Papier und schiebt ihn in ein kleines Messgerät. Das ist kleiner als ein Handy und misst, wie viel Zucker im Blut von Mattis ist. Zu viel oder zu wenig davon ist nämlich nicht gesund.

Mattis ist Diabetiker. Dazu sagt man auch "Er hat Zucke". Doch was heißt das genau? Bei Zuckerkranken arbeitet ein wichtiges Organ im Körper nicht mehr richtig, die Bauchspeicheldrüse. Die liegt in der Nähe von Magen und Leber, ziemlich in der Mitte des Bauches. Normalerweise stellt sie den Stoff Insulin her. Insulin ist ganz wichtig, damit der Körper regeln kann, dass man nicht zu viel oder zu wenig Glukose - also Traubenzucker - im Blut hat.

Im Körper von Mattis funktioniert das nicht richtig. "Das hab' ich, seit ich denken kann", sagt er. Deswegen kontrolliert er selbst mehrmals am Tag, wie hoc sein Zuckerspiegel im Blut ist. Und oft muss er sich Insulin in den Bauch oder in die Beine spritzen. Dazu nimmt er einen anderen Stift, der auch Pen genannt wird. Darin ist das flüssige Medikament Insulin.

Außerdem muss Mattis genau überlegen, was er isst. Er muss auf Sachen achten, wo Zucker drin sein kann - wie Süßigkeiten, Brot und Kuchen. Mattis muss aufpassen, dass er nicht zu viel Zucker im Blut hat. Schlecht ist auch, wenn es zu wenig Zucker ist. Dann könnte er nämlich zum Beispiel ohnmächtig werden. Doch da kennt sich Mattis aus: "Ich fühle mich dann komisch, dann mess' ich gleich nach."

Einmal ist ihm das bei einem Tennisspiel passiert. Da lag er eigentlich haushoch in Führung. Wie bei einem Auto, das kein Benzin mehr zum Fahren hat, ging ihm dann aber die Energie aus. Er verlor das Spiel. Wenn er so etwas merkt, futtert Mattis Traubenzucker oder einen Müsliriegel. Die hat er immer dabei, um seinen Zuckerspiegel im Blut schnell wieder nach oben zu kriegen.

Das hat in seiner Klasse auch schon mal für Ärger gesorgt. "Da waren Kinder ganz heiß auf meinen Traubenzucker", sagt Mattis. Zusammen mit seiner Mutter hat er den Kindern dann aber erklärt, dass der Traubenzucker für ihn so etwas wie Medizin ist. Seitdem denkt niemand mehr, dass er geizig ist, wenn er den Traubenzucker nicht rausrücken will.

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