Marx und Engels wollten die Welt verändern

Sie waren dicke Freunde und hatten große Pläne: Karl Marx und Friedrich Engels wollten die Welt verändern.

Sie waren dicke Freunde und hatten große Pläne: Karl Marx und Friedrich Engels wollten die Welt verändern. Sie wünschten sich eine gerechtere Gesellschaft und ein besseres Leben für Arbeiter. Obwohl die beiden vor mehr als 110 Jahren lebten, finden viele Leute ihre Ideen heute immer noch interessant.

Denn etliche Probleme, die die Menschen damals beschäftigten, gibt es immer noch. Auch heute werden zum Beispiel viele Arbeiter schlecht bezahlt, während ihre Chefs immer reicher werden. Diese ungerechte Ausbeutung der Arbeiter machte Marx und Engels schon damals so wütend, dass sie dagegen kämpfen wollten.

Dabei mussten die zwei sich eigentlich keine Sorgen machen: Der Vater von Friedrich Engels hatte eine Textilfabrik. Und der Vater von Karl Marx war ein erfolgreicher Rechtsanwalt. Die beiden Söhne waren also nicht arm.

Als er Friedrich Engels kennenlernte, war Karl Marx 24 Jahre alt und leitete schon eine Zeitung in Köln, berichtet Elisabeth Neu. Sie arbeitet im Karl-Marx-Haus in Trier in Rheinland-Pfalz. In diesem Haus ist heute ein Museum. Im Mai 1818 wurde dort Karl Marx geboren.

Damals veränderte sich gerade viel in Europa: Es wurden neue Maschinen erfunden und Fabriken gebaut. Dort arbeiteten sogar Kinder. "Sie waren die billigsten Arbeitskräfte", sagt die Expertin. Die Arbeiter schufteten meist viel und verdienten wenig. Die Fabrikbesitzer gaben ihnen fast nichts von ihrem Gewinn ab.

Es herrschte der sogenannte Kapitalismus. Marx und Engels fanden dieses System ungerecht und träumten davon, dass es zusammenbrechen würde. Sie wollten, dass die Arbeiter sich gegen die Reichen auflehnen. Dann sollten sie ein neues System einführen: den Kommunismus.

Dieses System sollte viel gerechter sein. Geld und Vermögen sollten allen gehören und nicht mehr nur einigen Reichen. Die Menschen sollten nicht mehr so viel arbeiten müssen. "Marx meinte, dass drei Stunden Arbeit am Tag für alle ausreichen müssten, um gut leben zu können", sagt die Expertin.

Um die Leute aufzurütteln, schrieben die beiden Freunde vor rund 160 Jahren ein kleines Buch: das "Kommunistische Manifest". Darin stand: Die Arbeiter sollten sich zusammentun und gemeinsam kämpfen. Etwa zur gleichen Zeit brach in der französischen Stadt Paris eine Revolution aus. Auch bei uns und in Italien lehnten sich Menschen gegen ihre Machthaber auf. Hatten sich Marx und Engels mit ihren Ideen durchgesetzt?

Die Aufstände scheiterten bald, die alten Herrscher griffen wieder nach der Macht. Jahrzehnte später versuchten einige Staaten erneut, sich nach den Ideen von Marx und Engels zu organisieren. Doch eine wichtige Sache erreichte bisher kein Staat: dass alle Reichtümer wirklich allen gemeinsam gehören. Immer wieder bereicherten sich letztlich doch einige wenige Leute und unterdrückten andere Menschen. Viele streiten deshalb darüber, ob die Idee vom Kommunismus überhaupt funktionieren kann.

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