Martin ist ein Meister der Freiflug-Segler

Ein leichtes Flugzeug ohne Motor fliegen lassen - das ist schon eine Kunst für sich.

Drei Minuten muss das Modell-Flugzeug oben bleiben. Es darf nicht abstürzen. Drei Minuten können lang sein, das weiß Martin Bommes.

Er ist acht Jahre alt und kommt aus Korschenbroich in Nordrhein-Westfalen. Martin lässt ein Flugzeug fliegen, das ziemlich leicht ist. Es ist ein Freiflug-Segler. Es fliegt ohne Motor und ohne Fernsteuerung, nur mit dem Wind.

Deshalb ist es eine Kunst, das Ding in die Luft zu bringen und dort zu halten. Drei Minuten sind die Wettkampfregeln. Martin beherrscht die Kunst. Er ist schon deutscher Jugendmeister geworden. Dabei treten bei den Jugendwettbewerben auch ältere Teilnehmer an.

Martin ist im Moment oft auf dem Flugplatz seines Vereins, einer großen Wiese inmitten von Feldern. In der Ferne stehen Windräder. Manchmal steigt Martins Flugzeug so weit auf, dass der Wind es fortträgt. "Mist, wenn es irgendwo landet und du es nicht mehr wiederfindest!", erzählt der Achtjährige. Einige Flieger hat er so schon verloren. Dann muss sein Vater in seinem Hobbyraum neue bauen.

Um den Flieger in die Luft zu bringen, läuft Martin auf Kommando gegen den Wind los. Er stößt den Flieger in die Luft und gibt Leine - wie bei einem Drachen, den man steigen lässt.

Das Wichtigste dabei ist, den richtigen Schwung zu haben. Nicht zu viel und nicht zu wenig. "Sobald das Flugzeug oben ist, ziehe ich an der Schnur und ruck, ist die Leine ausgeklinkt." Wenn alles klappt, wird der Freiflug-Segler von der Luft getragen und zieht schöne weite Kreise am Himmel...

Auf dem Flugplatz starten auch größere Modell-Flugzeuge und Helikopter mit richtigen Motoren. Die Leute vom Verein lenken sie vom Boden aus mit einer Fernsteuerung. Das knattert und lärmt mächtig. Ist so etwas nicht viel interessanter als seine leisen Gleiter? "Nö", meint Martin. "Wenn der Flieger von der Leine los ist, kann ich nichts mehr beeinflussen. Das ist das Spannende. "Man braucht halt auch etwas Glück."

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