Marie Curie erforschte die Radioaktivität

Voll toll! Marie Curie war ungeheuer neugierig - besonders auf Physik!

Sie entdeckte, warum bestimmte Metalle radioaktiv strahlen. Und erhielt dafür als erste Frau den Nobelpreis, den wichtigsten Forscherpreis der Welt. Marie Curie war ein Genie - in einer Zeit, in der Forschen eigentlich noch Männersache war.

Paris. Maria kann es kaum glauben, sie hat es geschafft. Vor vier Tagen war sie in Warschau in Polen aufgebrochen - nun ist sie in Frankreich angekommen.

Es ist das Jahr 1891, Maria Sklodowska ist 24 Jahre alt. Noch ahnt niemand, dass diese junge Frau einmal die Radioaktivität erforschen und als Marie Curie weltberühmt werden wird.

Marie, wie sich Maria in Frankreich nennt, ist hochbegabt. Sie liebt Physik und will unbedingt Physikerin werden. Als sie es schafft, in Paris zu studieren, geht für sie ein Traum in Erfüllung.

Ihr Mann Pierre Curie ist genauso verrückt nach Physik wie sie. Gemeinsam forschen sie an einem Metall namens Uran. Ihr Kollege Henri Becquerel hatte entdeckt, dass dieser Stoff strahlt - also Energie abgibt. Becquerel wusste aber nicht weshalb. Marie geht der Sache auf den Grund: Sie erkennt, dass die Strahlen entstehen, wenn die Kerne von Uran-Atomen zerfallen. Atome sind winzige Bausteine der Natur, aus denen alle Dinge bestehen. Marie nennt die Strahlung Radioaktivität.

Kurz darauf beobachtet Marie, dass auch andere Metalle strahlen. In einem Gemisch aus verschiedenen Stoffen entdeckt sie zwei bis dahin unbekannte Elemente: Polonium und Radium. Nun werden andere Wissenschaftler auf Marie und ihren Mann Pierre aufmerksam. Sie erkennen, wie wichtig die Arbeit der Curies ist und verleihen dem Paar zusammen mit Henri Becquerel 1903 einen der wichtigsten Forscherpreise, die es gibt: den Nobelpreis für Physik.

Dass radioaktive Strahlen Krebs auslösen können, weiß man da noch nicht. Im Gegenteil, man hält die Strahlung sogar für ein Wundermittel gegen solche Krankheiten. Marie und Pierre arbeiten daher, ohne sich vor den Strahlen zu schützen.

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Als Pierre 1906 stirbt, forscht Marie weiter. Sie schafft es, Radium aus Gestein zu lösen und einige Eigenschaften des strahlenden Metalls zu bestimmen. Vor genau 100 Jahren erhielt sie dafür zum zweiten Mal einen Nobelpreis. Marie Curie ist damit nicht nur die erste Frau, die diesen Preis bekam, sie ist auch der erste Mensch, der ihn zweimal erhielt.

Marie stirbt 1934 im Alter von 66 Jahren an Krebs. Ihre Tochter Irène setzt ihre Forschung fort. Ratet mal, welche Frau als nächste den Nobelpreis erhielt. Genau: Irène. Zusammen mit ihrem Mann entdeckte sie, dass man Radioaktivität auch künstlich erzeugen kann. (dpa)

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