Wie macht man ein Feuerwerk? Ein Experte erklärt's

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Der Pyrotechniker Jürgen Kerschensteiner muss für ein Feuerwerk richtig viel planen.

Es blitzt und blinkt am Himmel, Tausende bunte Sterne explodieren und es regnet Funken - ein Feuerwerk! Gerade Silvester könnt ihr viel davon sehen. Jürgen Kerschensteiner hat schon oft so ein Feuerwerk gemacht.

Denn er ist von Beruf Pyrotechniker - das heißt: Der 34-Jährige kümmert sich um Feuerwerke. Pyro kommt nämlich aus dem Griechischen und heißt Feuer. Was er an Feuerwerken so toll findet und warum er bei der Arbeit manchmal so ähnliche Klamotten anzieht wie ein Feuerwehrmann, erzählte uns der Experte.

Was macht ein Pyrotechniker genau?

Jürgen Kerschensteiner: „Ich mache Feuerwerke. Meist auf Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, für ein Stadtfest und natürlich an Silvester. Um ein schönes Feuerwerk zu machen, muss man viel planen und organisieren. Ich gucke mir zum Beispiel vorher an, auf welchem Platz ich das Feuerwerk machen soll. Dann erst kann ich sehen, welche Feuerwerks-Körper ich verwenden kann. Der Platz muss zum Beispiel relativ groß sein, damit man beim Anzünden genug Abstand zu den Feuerwerks-Körpern halten kann. Dann muss ich die ganzen Feuerwerks-Körper dort aufbauen. Das dauert schon mal einige Stunden.“

Wie bist du zu dem Job gekommen?

Jürgen Kerschensteiner: „Ich war als Kind schon immer von Feuerwerken fasziniert. Meine Eltern hatten einen Schreibwarenladen. Und als ich zehn war, haben sie angefangen dort auch Feuerwerks-Sachen zu verkaufen. Ich wollte damals immer wissen, wie die funktionieren, und was die verschiedenen Sachen können. So wurde ich schnell Experte für Feuerwerkskörper. Mit 18 habe ich dann eine Firma für Pyrotechnik gegründet.“

Ist dein Beruf nicht manchmal gefährlich?

Jürgen Kerschensteiner: „Es könnte schon passieren, dass einer der Feuerwerkskörper versehentlich zu früh losgeht. Oder in die falsche Richtung schießt. Dabei kann man sich auch verletzen, zum Beispiel die Hand verbrennen. Deshalb tragen professionelle Feuerwerker immer eine Schutzkleidung. Dazu gehören eine feuersichere Uniform, ein Helm, Handschuhe und ein Augenschutz. Das ist in etwa die gleiche Schutzkleidung, die auch ein Feuerwehrmann trägt.“

Was ist für dich das Schönste am Feuerwerk?

Jürgen Kerschensteiner: „Das Tollste ist das Finale. Denn am Schluss sind immer die schönsten Bilder am Himmel und das Feuerwerk ist am größten und breitesten. Toll ist aber auch, wenn passend zu einem Feuerwerk Musik gespielt wird. Ich mache das fast immer. Vor allem auf Hochzeiten ist das toll. Wenn ich da ein Feuerwerk passend zu einem Liebeslied in den Himmel schieße, sind viele Leute richtig gerührt. Manche fangen dann sogar an zu weinen, weil es so schön ist. Das finde ich toll.“

Palmen, Herzen und Ringe am Himmel

Glühende Herzen, Kreise, die durcheinander wirbelnd oder bunte Blumen am Himmel - Feuerwerke können unterschiedlich aussehen. „Das klappt durch verschiedene chemische Stoffe in den Feuerwerks-Körpern“, sagt Fachmann Jürgen Kerschensteiner.

Sein Lieblingsfeuerwerk zum Beispiel ist die Goldweide: Die sieht am Himmel aus wie der Kopf einer Palme, nur in glitzerndem Gold. Die goldene Farbe kann dabei zum Beispiel von winzigen glühenden Kohlenstoff-Teilchen kommen. Kohlenstoff ist ein chemischer Stoff. Wenn die Goldweide am Himmel explodiert, können die goldenen Glitzer manchmal sogar bis zum Boden herabrieseln.

Aufpassen bei Feuerwerken

Ooooh. Aaaaah. Wie schön! Viele Menschen finden Feuerwerke klasse. Wenn du zusammen mit deinen Eltern ein Feuerwerk startest, kannst du ihnen ein paar Tipps geben:

- FESTER UNTERGRUND:

Achtet darauf, die Rakete auf einer geraden Fläche aufzustellen. Also eher nicht auf einer Wiese. Am besten ist ein fester Boden, zum Beispiel eine glatte Straße. Denn wenn man zum Beispiel eine Feuerwerks-Rakete am Boden nicht gut aufstellt, kann sie umfallen. Dann kann es passieren, dass die Rakete statt in den Himmel ins nächste Haus saust.

- ABSTAND HALTEN:

Beim Anzünden der Feuerwerks-Körper immer Abstand halten. Denn es kann immer mal etwas umfallen oder zu früh explodieren. Sicherer ist, wenn nur einer der Erwachsenen das Feuerwerk anzündet, und alle anderen einige Meter entfernt bleiben.

- AUF NUMMER ACHTEN:

Da Feuerwerks-Körper gefährlich sein können, werden sie in Deutschland streng überprüft. Experten schauen zum Beispiel, ob die Raketen richtig zusammengebaut sind. Die geprüften Feuerwerks-Sachen erkennst du an Nummern auf der Verpackung. Die Nummer beginnt mit den Buchstaben BAM. Die sollte auf jeden Fall auf der Verpackung stehen. Von ungeprüftem Feuerwerk sollte man generell die Finger lassen, warnen Fachleute.

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