Libellen beim Fressen: Nichts für Weicheier

Libellen: Flugkünstler mit besonderen Augen

Im Sommer kann man sie wieder herumschwirren sehen: die Libellen. "Libellen tauchen überall da auf, wo es Gewässer gibt. An Teichen, Flüssen, Bächen, auf dem Land und in der Stadt", sagt Fachmann Thomas Behrends.

Manche von ihnen sind knallbunt, manche ganz schlicht braun. Der schlanke Körper einiger Arten kann mehrere Zentimeter lang sein - etwa so lang wie der kleine Finger eines Erwachsenen.

Zum Beobachten von Libellen kann man zum Beispiel ein einfaches Fernglas mitnehmen. Auch ein Buch zur Bestimmung der Libellenarten ist hilfreich. Zu finden gibt es solche Bücher oftmals in einer öffentlichen Bibliothek. "Libellen sind sehr schüchtern und deshalb schnell zu verjagen", erklärt Thomas Behrends.

Die beste Zeit für eine Libellenpirsch ist der Vormittag. "Dann sitzen die Insekten ruhig auf einem Blatt am Teich und genießen die Sonne", sagt der Experte. Wenn sie Hunger kriegen, flitzen sie los. "Dann rasen sie schon ziemlich schnell durch die Gegend", meint Thomas Behrends. "So schnell würde man mit dem Fahrrad gar nicht hinterher kommen." Mittags in der Sommerhitze verziehen sie sich oft in den Schatten.

Libellen fangen ihre Nahrung meist im Flug - das heißt, sie fressen andere Insekten, die auch fliegen können. Dazu gehören Fliegen, Mücken und auch hübsche Schmetterlinge. Einige Libellen stehen dann in der Luft - so wie mancher Raubvogel - und schlagen zu, wenn ein leckeres Insekt in Sicht ist.

Den Tieren beim Fressen zuzuschauen ist aber manchmal nichts für schwache Nerven: "Wenn sich eine Libelle über so einen Schmetterling hermacht, dann fliegen schon mal die Flügel von der Beute durch die Luft. Die Libellen beißen sie nämlich ab."

Angst vor den Tieren braucht man aber keine zu haben, sagt Thomas Behrends. Früher wurden die Libellen Teufelsnadeln oder Drachenfliegen genannt. "Es gibt das Vorurteil, dass sie Menschen beißen. Das stimmt aber nicht." Einen Stachel zum Stechen haben sie auch nicht. Und selbst wenn sie beißen wollten, dann klappt das gar nicht. "Sie können unserer Haut nichts anhaben, das kitzelt höchstens ein bisschen.

Die meisten Libellen sterben vorm Winter

Libellen fangen ihr Leben im Wasser an. Dorthin legen die Weibchen die Eier. Erst leben die Libellen als Larven, bevor sie sich häuten und in die Lüfte schweben. "Dies passiert an den warmen Tagen im Frühling oder Sommer", sagt Experte Thomas Behrends.

Kleine Libellen wie die Azurjungfern flattern dann nur einige Wochen herum, andere Libellen leben mehrere Monate. Im Herbst sterben dann viele von ihnen. Es gibt aber auch Ausnahmen, sagt Herr Behrends. Die nennt man Winterlibellen. "Sie schlüpfen im Juli, August und dann sieht man sie fast gar nicht mehr." Dann verstecken sich die Tiere zum Beispiel im Wald und überwintern dort.

Wenn es wärmer wird, kommen sie wieder raus und fliegen zum Wasser. Ihre Eier legen sie meistens im Frühling. Noch bevor es richtig Sommer wird, sterben die Winterlibellen.

Immer mehr Libellenarten fühlen sich bei uns wohl

In Deutschland gibt es viele verschiedene Libellenarten. Und es könnten noch mehr werden, meinen Experten. "Durch den Klimawandel auf der Erde breiten sich immer mehr Arten nach Norden aus, die früher nur im Süden lebten", sagt der Experte Thomas Behrends.

Denn durch den Klimawandel wird es auch im Norden Europas wärmer, glauben Fachleute. Zu den neuen Arten gehören zum Beispiel die Feuerlibelle oder die Kleine Königslibelle: "Diese tauchen auf einmal in Norddeutschland, in Schleswig-Holstein, auf."

Die Körper der männlichen Feuerlibellen sind leuchtend rot, die der Weibchen eher ockerfarben. Ihre Flügel sind durchsichtig - wie bei vielen Libellenarten.

Die Kleine Königslibelle hat vorne am Körper einen himmelblauen Teil, der richtig leuchtet. "Außerdem ist noch ein bisschen gelb dabei, das sich wie ein Ring um den Libellenkörper legt", sagt Thomas Behrends. Der Rest ist überwiegend braun.

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