Lenkbob, Schlitten, Mülltüte: Hauptsache Rodeln

Mareck fährt gern mit einem Bob, der Bremsen und ein Lenkrad hat.

Was kann es im Winter Schöneres geben als zu rodeln? Zumindest wenn genug Schnee liegt und ein Rodelhang in der Nähe ist. Ob es dann auf einem Holzschlitten, einem Lenkrodel oder einer Plastiktüte bergab geht, ist eigentlich egal. Spaß macht es fast immer.

Janick und Mareck wechseln sich immer wieder ab. Sie sind auf einer Rodelpiste in Eschach bei Kempten in Bayern unterwegs. Und sie haben einen Holzschlitten und einen Lenkrodel aus Kunststoff dabei. Damit toben sie sich auf dem Hang aus und fahren um die Wette.

"Der Schlitten ist auf der Piste schneller", findet der elf Jahre alte Janick. "Dafür ist der Bob besser, wenn der Schnee noch nicht so glatt gefahren ist." Mareck fährt am liebsten mit dem Lenkrodel, weil der zwei Bremsen und ein Lenkrad hat, mit dem man die Kufen bewegen kann. "Das macht mehr Spaß, als sich nur auf den Schlitten zu setzen und mit den Füßen zu lenken und zu bremsen."

Der Lenkrodel hat allerdings auch Nachteile, findet der Neunjährige. "Wenn die Bahn vereist ist, funktioniert die Bremse nicht. Dann muss man auch die Füße dazunehmen."

Auf dem Rodelhang ist heute viel los. Schlitten und Bobs in allen möglichen Formen und Farben sieht man bergab sausen. Antonia kann gar nicht genug kriegen. Immer wieder schnappt sie sich ihren knallroten Bob und rennt damit den Hang hoch. Oben angekommen, hüpft sie in die bunte Kunststoffschale und saust mit lautem Juchzen bergab.

"Das macht voll Spaß", sagt Antonia. Dass die Neunjährige mit ihrem Bob manchmal umkippt, wenn sie über einen kleinen Schneehaufen fährt, macht ihr nichts aus. "Man fällt ja weich. Hier liegt doch überall Schnee."

Die sieben Jahre alte Emilia ist auch mit dabei. "Der Bob ist schneller. Aber ich finde den Poporutscher lustiger, weil man damit tolle Tricks machen kann", sagt sie.

Poporutscher nennt sie ihren flachen Sitzteller aus Kunststoff, der vorne einen Haltegriff hat. Richtig bequem scheint er nicht zu sein. Denn immer wieder rutscht Emilia seitlich runter oder dreht sich und fährt danach rückwärts den Berg hinab. Als sie unten ankommt, ist nicht nur ihr Skianzug, sondern auch das ganze Gesicht voller Schnee. Emilia ist trotzdem begeistert.

Für jeden der richtige Schlitten

Dem Winter geht noch lange nicht die Puste aus. Dem Kalender nach dauert er noch fast zwei Monate. Da wird sich wohl noch für viele die Chance zum Rodeln ergeben. Aber welcher Schlitten eignet sich am besten? Wir stellen dir einige Typen vor:

  • HOLZSCHLITTEN: Ihn gibt es schon lange. Auf einer festgefahrenen Rodelbahn kann er schön in Fahrt kommen. Dank seiner Kufen hält er meist gut die Spur. Ihn zu lenken, ist allerdings etwas schwierig. Zum Lenken und zum Bremsen nimmst du die Füße. Ziehe deshalb feste Winterschuhe an. Die lange Sitzfläche bietet bequem Platz für zwei Personen. Ein Vorteil vom Holzschlitten ist auch, dass man etwas höher sitzt und deshalb nicht so schnell nass wird. Außerdem ist er sehr stabil und hält lange.
  • HÖRNERSCHLITTEN: Das ist auch ein Holzschlitten. Er hat aber vorne hochgebogene Kufen, die ähnlich wie große Hörner aussehen. An ihnen kann man sich gut festhalten, wenn es schnell bergab geht. Oft haben Hörnerschlitten eine Sitzfläche, die mit buntem Stoff bezogen ist. Dann sind sie etwas bequemer als andere Holzschlitten. Vor allem wenn man gern mal über kleine Hügel springt. Wenn man dabei auf dem weichen Stoff und nicht auf den harten Holzlatten landet, tut am Abend der Po nicht so weh.
  • LENKBOB: Der Name sagt es schon: Dieser Bob aus Kunststoff lässt sich lenken. Er hat ein Lenkrad, du kannst also anderen ausweichen oder kleine Hindernisse umkurven. Viele dieser Schlitten haben auch eine Bremse. Die braucht man auch, denn mit einem Lenkbob kann man schnell werden. Ob rot, blau, gelb oder grün - die Bobs gibt es in vielen verschiedenen Farben und auch Formen. Manche Kinder haben ihren außerdem mit einer Hupe ausgestattet. Damit kann man auf der Rodelbahn ordentlich Lärm machen.
  • TELLERSCHLITTEN: Rutschteller, Rodelteller, Schneeflitzer, Poporutscher - es gibt ganz verschiedene Namen für diesen Schlittentyp. Man sitzt auf einer flachen, oft runden Sitzschale aus Kunststoff. Dieser Schlittentyp ist sehr leicht. Man kann ihn einfach mitnehmen. Und auch kleine Kinder können ihn allein den Hügel hochtragen. Schon auf kleinen Schneehaufen kann man mit dem Tellerschlitten viel Spaß haben. Aber aufgepasst: Tempo-Gefahr. Und er ist schwer zu lenken.

  • ZIPFLBOB: Der Zipflbob ist ein Mini-Bob aus Kunststoff. Er fällt vor allem wegen seines langen Haltegriffs auf, der schräg nach vorne steht. Der Bob hat eine kleine Sitzfläche. Der Haltegriff wird zwischen die Beine genommen. Den Schlitten kann man meist gut bremsen und lenken. Der Zipflbob hält einiges aus. Aber Vorsicht: Auch er kann sehr schnell werden.

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