So lebte es sich auf der Isenburg

Auf der Isenburg (hier als Modell) könnte man mit allen Freunden wohnen.

"Was für eine prächtige Burg." Das dachte sich Graf Friedrich von Isenberg vielleicht öfter, wenn er nach Hause ritt und in der Ferne die Mauern und Türme seiner Ritterburg sah. Friedrich von Isenberg war vor fast 800 Jahren der Herr der Isenburg.

Die Burg lag bei Hattingen im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Anlage war mehr als 200 Meter lang - also länger als zwei Fußballfelder.

Die Isenburg bestand aus zwei Teilen: der Oberburg und der Unterburg. Beide waren von einer hohen Mauer umrundet. Hinter dieser Mauer hauste Friedrich von Isenberg - und nicht nur er. Vermutlich arbeiteten und wohnten auf der Burg bis zu 150 Menschen, schätzt Experte Michael Lagers. Denn ein Burgherr hatte für alles seine Leute: etwa Handwerker, Bedienstete für die Küche und für die Pferde. Oft gab es sogar einen Geistlichen, der mit den Burgbewohnern betete.

Wenn Friedrich durchs Burgtor ritt, kam er auf das Gelände der Unterburg. Dort lagen Ställe und Werkstätten. Wenn der Graf in die Oberburg wollte, musste er durch ein weiteres Tor. Dahinter fand er zum Beispiel die Küchengebäude, die Kapelle und den Palas. Im Palas wohnte der Graf mit seiner Familie.

Palas klingt zwar nach Palast, aber dort war es nicht sehr gemütlich - zumindest würden wir das heute finden. "In der Burg war es furchtbar kalt", sagt der Experte. Der Wind pfiff durch die Ritzen. Die Burg war aus Steinen gebaut. Und wenn die erst mal ausgekühlt waren, dauerte es lang, bis es wieder warm wurde. Eine Zentralheizung gab es natürlich nicht, höchstens einen Kamin. "Nur wenige Räume waren beheizt", sagt Michael Lagers. Nachts kuschelten sich die Ritter unter Decken und Felle.

Zu Hause trug Friedrich übrigens keine Rüstung - die war nur für Kämpfe und Turniere. "Wahrscheinlich trug er eine Tunika aus feinen, edlen Stoffen", sagt der Fachmann. Das ist ein langes Gewand. An den Füßen hatte er vermutlich Lederschuhe und an den Händen Ringe. Richtige Unterwäsche besaß Friedrich nicht - stattdessen wickelte er sich Tücher um.

Von seiner Burg sind heute nur noch Ruinen erhalten. Alles andere wurde nämlich im Jahr 1226 zerstört. Friedrich wurde verdächtigt, einen mächtigen Kirchenmann - den Erzbischof von Köln - ermordet zu haben. Zwischen den beiden hatte es Streit gegeben. Und die Leute des Erzbischofs wollten den Mord auf diese Weise rächen. Der Graf selbst wurde hingerichtet.

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