Aus dem Leben eines Butterbrotes

Mmm, lecker! So ein frisches Butterbrot schmeckt vielen gut.

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Brot. Butterbrot. Und im Moment bin ich auf dem Weg zur Schule. Wie es dazu gekommen ist? Das erzähle ich dir gern!

Meine Geschichte beginnt in einer grooooßen Schüssel. Da gibt es eines Tages ein großes "Hallo". Denn Dinge wie Roggenmehl, Sauerteig, Hefe und Salz treffen sich. Plötzlich wird es unruhig. Große Haken greifen in die Schüssel und beginnen uns Zutaten kräftig durchzukneten - und das richtig lange. Hmmm - das tut gut! Und irgendwann sind wir eine dicke Masse.

So wurde ich als Butterbrot geboren. Naja, nicht ganz - eigentlich sehe ich da noch ziemlich nackig und ursprünglich aus. Ich bin nicht mehr als ein Klumpen weicher Teig. Wenn man mich auseinanderzieht, sieht meine Haut wie die von einem Luftballon aus. Ganz dünn, so dass man fast durchschauen kann.

Damit ich schnell wachse, werde ich in eine Form gelegt. Und tatsächlich gehe ich immer weiter auf, werde größer und größer. Das liegt zum Beispiel an der Hefe in mir. So vergeht eine Weile, bis die vielleicht schönste Zeit beginnt: Das faulenzen!

Ich werde in einen Backofen geschoben und fühle mich wie im Hochsommer auf Mallorca am Strand, so heiß ist es hier. Auch wenn die Sonne nicht scheint, werde ich knackig braun! Nicht nur das: Meine Haut wird durch die Hitze außen herum schön knusprig. Und wie gut ich dufte!

Aber hier im Backofen ist es nicht nur heiß, sondern auch genauso voll wie auf der Insel Mallorca an manchen Stränden. Neben, vor und hinter mir - überall liegen Brote und bräunen sich. Dann zieht uns jemand aus der Backröhre und wir werden in ein Regal gelegt. An der Wand kann ich in großen Buchstaben das Wort BÄCKEREI lesen.

Wie unterschiedlich wir alle aussehen! Dort drüben liegt ein rundes Brot, daneben ein langes, eckiges. Eines hat lauter Körner auf der Kruste. Ein anderes muss sich beim Faulenzen im Ofen verbrannt haben, so schwarz ist es. Aber wie sehe ich eigentlich selbst aus? Keine Ahnung. Unter mir hängt ein Schild am Regal. "Roggenbrot" steht darauf. Aha!

So liegen ich und die anderen da und werden von Menschen angestarrt. Manche zeigen sogar mit dem Finger auf eines von uns. Zuerst sind die Schönsten dran. Sie verschwinden in einer Papiertüte und werden darin aus der Bäckerei getragen. Ah, die Frau vor dem Verkaufstresen hat sich offenbar für mich entschieden. Tschüss Kollegen!

Erst in einer Küche werde ich wieder ausgepackt. Vor dem großen Messer mit den spitzen Zacken in der Hand der Frau habe ich aber keine Angst. Denn wir Brote geben gern etwas von uns ab. Dazu sind wir schließlich da. Eine dicke Scheibe von mir wird mit zarter Butter bestrichen. Und dann gesellt sich noch eine Scheibe Käse dazu. Schließlich landen oben drauf noch ein paar Gurkenscheibchen. "Hier mein Junge", höre ich die Frau sagen, die mich so liebevoll belegt hat, "dein Pausenbrot. Nun aber los, sonst kommst du nicht mehr pünktlich in die Schule."

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