Laut, lauter, Schlagzeug spielen

Nio legt los: Damit's keinen stört, übt er in einem schallisolierten Proberaum.

Bumm, tok, klong: Der 14-jährige Nio aus Berlin macht überall Musik. Mit den Händen, mit Stiften oder Gegenständen schlägt er einen Rhythmus, wo er geht und steht: an der Bushaltestelle, auf dem Schreibtisch oder einfach auf seinen Oberschenkeln.

Nio Höhnel spielt Schlagzeug. Und wenn das Instrument mal gerade nicht in der Nähe ist, dann trommelt er eben einfach so ein bisschen. Zweimal in der Woche nimmt Nio in einer Musikschule Schlagzeug-Unterricht. Dann spielt er mit den Trommelstöcken, Sticks genannt, auf den Trommeln und Becken des Schlagzeugs. Die große Trommel des Schlagzeugs bringt Nio mit dem Fuß zum Klingen. Das alles macht allerdings ganz schön Lärm. Deshalb hat Nio auch kein Schlagzeug zu Hause stehen. In der Musikschule sind die Wände der Probenräume dick mit Dämmstoff ausgekleidet. Dort kann er spielen, ohne sich Sorgen zu machen, dass es jemanden stört.

Nio spielt gut. Er hat ein Gefühl für Musik und Rhythmus. Das hilft ihm auf jeden Fall bei diesem Instrument. Und Üben ist wichtig. Denn es ist nicht einfach, ein Schlagzeug zu bedienen. Vor allem, weil man Füße und Hände nicht immer gleichzeitig und im gleichen Rhythmus bewegt, sondern verschieden: zum Beispiel mal die Füße langsam, die Hände schnell, dann wieder ganz anders. Das kann man aber trainieren. Nio spielt auch nach Noten. Die speziellen Schlagzeugnoten geben genau an, welche Schläge Nio wie oft und wie schnell machen muss.

Seit drei Jahren nimmt der Schüler Schlagzeug-Unterricht. Vorher hat er schon fünf Jahre Conga gespielt: Das ist eine Trommel, die ursprünglich aus Afrika kommt und auf der man mit den Händen spielt - ohne Sticks. "Conga spielen finde ich auch toll, das mache ich auch weiter", erzählt Nio. "Schlagzeug ist aber noch etwas spannender, damit kann man noch mehr machen."

Die Klänge des Schlagzeugs passen zu vielen verschiedenen Musik-Stilen. Nio spielt am liebsten Pop, Rock und Dancehall. Seine Lieblingsbands sind Culcha Candela und Seeed. "Deren Musik ist locker und nicht so schnell, da versteht man den Text. Das gefällt mir", sagt er. Nio hat auch eine eigene Band: "Sound Alarm". Mit der hat er schon öfter auf Bühnen gestanden und Konzerte gegeben. "Solche Auftritte sind richtig toll", erzählt er. Später will er von Beruf Musiker werden. "Musik macht mir einfach so viel Spaß. Und ich glaube fest daran, dass ich das schaffen kann."

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