Ein Kraftwerk auf dem Schuldach

Das kleine Schiff fährt scheinbar ganz von allein: In einer Wanne mit Wasser dreht es seine Runden. Die Kinder der Grundschule Dietrichsfeld in Oldenburg wissen auch warum: Weil da eine Solarzelle drauf ist.

Das ist eine flache, dunkelgraue Platte, die matt glänzt. Sie treibt den Motor des Schiffchens an, sie versorgt ihn mit Strom. Doch die Kraft der Sonne kann noch viel mehr: In der Schule im Norden Deutschlands sorgt sie auch mit dafür, dass im Klassenzimmer das Licht brennt und die Pausenglocke läutet.

Denn auf dem Dach ist eine Solaranlage befestigt. Und die sieht so ähnlich aus wie die Solarzelle auf dem Schiffchen. Nur ist sie viel größer und es sind viele Solarzellen miteinander verschaltet. Die Anlage heißt Photovoltaik-Anlage und macht aus dem Licht der Sonne elektrischen Strom.

Leitungen transportieren die Energie direkt ins Stromnetz der Stadt. So hat nicht nur die Grundschule etwas von der Sonnenkraft, sondern auch noch andere Häuser. Je nachdem wie stark die Sonne scheint, kann die Anlage also auch Waschmaschinen in Bewegung bringen und Herdplatten erhitzen. Aber funktioniert das auch, wenn der Himmel grau ist?

Das erforschen die Viertklässler im Sachunterricht. Mit einem Lichtmesser gehen sie auf Entdeckungsreise. Hält man das kleine Gerät ins Licht, zeigt es an, wie hell es gerade ist. Und obwohl sich heute dicke Wolken vor die Sonne schieben, schlägt der Zeiger des Lichtmessers aus: auf dem Schulhof, vor dem Haupttor der Schule und sogar unter dem Dach des Pausengangs. Hier messen die Kinder allerdings nur einen ganz niedrigen Wert. Das wäre also kein so guter Platz für eine Photovoltaik-Anlage.

Solaranlagen brauchen Licht

Die Lage muss stimmen! Solarzellen etwa auf Dächern werden meist nach Süden ausgerichtet. So können sie am meisten Sonnenlicht über den Tag einfangen. Doch es ist nicht nur wichtig, aus welcher Richtung die Sonne kommt, sondern auch, dass sie das Dach ungehindert erreicht. Große Bäume oder hohe Häuser klauen eine Menge Licht und die Anlage produziert dann weniger Strom.

Solaranlagen sind gut für die Umwelt

Die Sonne lässt Pflanzen wachsen und ist lebenswichtig für Menschen und Tiere. Doch wir können die Sonne auch nutzen, um zu kochen, unsere Wäsche zu waschen oder fernzusehen - zum Beispiel mit Solaranlagen. Man nennt sie auch Photovoltaik-Anlagen. So eine Anlage besteht aus Solarzellen. Die wiederum sind aus Silizium. Das ist ein chemischer Stoff, der Licht in Strom umwandeln kann.

Solaranlagen schonen die Umwelt. Denn sonst werden bei der Herstellung von Strom zum Beispiel Kohle, Öl oder Gas verbrannt. Dabei entsteht auch das Gas Kohlendioxid, das die Umwelt belastet. Oder aber es werden große Mengen Wasser verbraucht. Eine Solaranlage nutzt dagegen das Licht der Sonne, das sowieso auf die Erde scheint.

Allerdings haben Solaranlagen auch Nachteile. Zum Beispiel ist es teuer, sie zu kaufen und einbauen zu lassen. Und sie produzieren weniger Strom, wenn der Himmel bedeckt ist, und gar keinen Strom in der Nacht. Zudem ist die Herstellung der Solarzellen selbst nicht sehr umweltfreundlich.

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