Komisches Experiment: Mehr Sand oder mehr Sterne?

Andree Rossow zählte Sandkörner. Da muss man erstmal drauf kommen.

Das muss komisch ausgesehen haben: Stundenlang stand Andree Rossow in seiner Küche und fummelte mit Sand herum. Wieso das denn?

Zuerst ließ er ihn im Backofen trocknen. Dann siebte er kiloweise Sand durch ein feines Sieb, das eigentlich für Puderzucker gedacht ist. Und dann setzte sich der 37-Jährige aus Schafflund in Schleswig- Holstein hin und zählte Sandkörner. Stück für Stück. Was für eine Arbeit!

Andree Rossow interessiert sich schon sehr lange für Astronomie, also für Sternenforschung. Seit seiner Jugend beschäftigt er sich damit und hat zu Hause sogar ein Teleskop stehen, um Sterne anzuschauen. Irgendwann hörte er auch den Spruch: "Es gibt mehr Sterne im Universum als Sandkörner auf der Erde". Ob das wohl stimmte? Das wollte Andree Rossow herausfinden.

Dafür kaufte er ein paar Kilo Sand. Solcher, der oft in Sandkisten liegt. Er trocknete ihn im Ofen, dann siebte er ihn. "Dabei sind viele Sandkörner durchgefallen und ich habe nur einen kleinen Rest übrigbehalten", erzählt er. Dann nahm Andree Rossow eine schwarze Pappe und schüttete den hellen Sand darauf. Immer nur ein bisschen. Mit einem kleinen Messer pickte er sich die einzelnen Körnchen heraus und zählte sie. Nach mehreren Stunden hatte er endlich 1000 Körner zusammen. Mit einer sehr genauen Waage wog er dieses Häufchen und stellte fest: Seine 1000 Sandkörner waren 1,1855 Gramm schwer.

Damit konnte er weiterrechnen. Ein Fachmann aus Australien schätzt nämlich, dass es im Universums etwa 70 Trilliarden Sterne gibt, die wir von der Erde erspähen können. Das ist eine 7 mit 22 Nullen! Andree Rossow rechnete hin und her und kam zum Ergebnis: 70 Trilliarden Sandkörner... dafür reicht es, wenn die riesige Wüste Sahara sechs Meter hoch mit seinem groben Sand bedeckt ist.

Deswegen meint Andree Rossow: Auf der Erde gibt es viel mehr Sandkörner als Sterne im sichtbaren Universum. Schließlich gibt es in der Sahara an vielen Stellen mehr als nur sechs Meter hohe Sandberge. Außerdem ist sie nicht die einzige Wüste auf der Welt. Und all der andere Sand auf der Erde, zum Beispiel am Meeresboden, wurde auch noch nicht mitgerechnet.

Ob seine Berechnung wirklich so stimmt, ist aber nicht sicher. Es ist zum Beispiel gar nicht klar, wie groß das Universum ist. Aber das ist Andree Rossow egal - er hatte jede Menge Spaß mit dem Sand.

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