Königskobras - die größten Giftschlangen der Welt

Der Halsschild der Kobras sieht ziemlich bedrohlich aus.

Ah, was für ein Schreck. Eigentlich war der Forscher Thomas Ziegler auf der Suche nach einem speziellen Frosch. Dafür war er vor einiger Zeit extra nach Vietnam in Asien gereist und hielt im Regenwald Ausschau nach dem Tier.

Doch als es plötzlich vor ihm im Laub raschelte, begegnete er keinem Frosch, sondern einer meterlangen Schlange. "Ich habe mich ganz schön erschreckt", erinnert sich Ziegler. Als Fachmann hatte er die Schlange nämlich sofort erkannt: eine Königskobra!

"Königskobras sind die größten Giftnattern der Welt", sagt Thomas Ziegler. Er ist Schlangen-Fachmann am Kölner Zoo. Er weiß: Meist werden Königskobras einige Meter lang. Es sind schon Tiere mit einer Rekordlänge von mehr als 5,5 Meter gesichtet worden! Das ist viel länger als ein großes Auto.

Wenn sie sich bedroht fühlen, richten sich die Schlangen auf. Dann spreizen sie oft auch noch die Haut zwischen den Hornplatten am Hals. Dadurch wird der Hals breiter. Dieser sogenannte Halsschild sieht ziemlich bedrohlich aus. Außerdem zischen sie laut. Zssssss! Übrigens: Aufgerichtet können Königskobras so groß werden, dass sie einem Mann direkt ins Gesicht schauen können. Und sie können sich in dieser Position auch noch fortbewegen. "Ganz schön beeindruckend", findet Thomas Ziegler.

Wenn die Tiere dann zubeißen, spritzen sie durch ihre Fangzähne häufig Gift in die Körper ihrer Opfer. Dieses Gift wirkt schnell und ist sehr gefährlich. Es ist nämlich so stark, dass es nicht nur Menschen, sondern sogar Elefanten oder Büffel töten kann.

Zu solch heftigen Angriffen kommt es aber meist nur, wenn eine Königskobra sich oder ihr Nest bedroht fühlt. Normalerweise hebt sie sich ihr Gift lieber auf, um Beute zu erlegen - und das sind meist andere Schlangen. Sie überwältigt ihre Artgenossen mit ihrem Giftbiss und verschlingt sie dann mit dem Kopf voran. Deshalb lautet der Gattungsname der Königskobra auch Ophiophagus, wie Schlangen-Fachmann Thomas Ziegler berichtet. Übersetzt heißt das so viel wie "Schlangenfresser".

Thomas Ziegler hatte bei seinem Besuch in Vietnam mehr Glück: Als er die Königskobra entdeckte, trat er vorsichtig einen Schritt zurück. Aber auch das Tier hatte sich erschrocken und bereits den Rückzug angetreten. Rasch schlängelte es sich durch das Dickicht und war kurz danach verschwunden. Zum Glück!

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