Ein Klimagipfel bedeutet viel Arbeit

Klimaschutz betrifft alle: Viele Nationen haben viel zu besprechen.

Es geht um den Klimawandel auf einer großen Konferenz, die im Moment in Mexiko läuft. Tausende Leute sind dort zusammengekommen. Aber wie läuft so ein Gipfeltreffen eigentlich für einen Reporter?

Überall piepst es - auf der großen Klimakonferenz in Mexiko südlich der USA. Jeder Teilnehmer dort hat einen Ausweis mit seinem Namen und einem Strichcode, ähnlich wie die Milchpackung im Supermarkt. Der Ausweis wird gescannt, wenn man eine Sicherheitssperre passiert. Und davon gibt es viele. Denn Politiker von rund 190 Staaten sind in der Stadt Cancún mit dabei.

Rund 15.000 Menschen diskutieren dort, was wir dagegen tun können, dass es auf der Erde immer wärmer wird - also gegen den Klimawandel.

Für die Reporter von Zeitungen, Fernsehen und anderen Medien bedeutet eine solche Konferenz vor allem: Nicht den Überblick verlieren. Ständig werden neue Papiere verteilt, was gemacht werden soll gegen den Klimawandel.

In dem Hotelpalast gibt es viele Veranstaltungen, die man nicht verpassen darf. Ständig läuft auf einem Fernseher irgendeine Rede. Oder es gibt Konferenzen, in denen die Medienleute Infos bekommen. Man sagt auch Pressekonferenz dazu.

Infos über Tuvalu zum Beispiel. Das ist der viertkleinste Staat der Welt, eigentlich ist es also für uns nicht so interessant. Aber der Staat besteht aus neun Inseln in der Nähe von Neuseeland. Und die könnten bald verschwinden - unter Wasser. Denn durch den Klimawandel steigt auch der Wasserspiegel der Meere.

Deshalb ist es interessant für die Reporter, was der Umweltminister von Tuvalu zu erzählen hat. Der höchste Hügel seines Inselstaates betrage nur vier Meter, sagt er. Da könnten die Bewohner bei einem schweren Unwetter nur auf Kokospalmen klettern, um vor dem Wasser zu flüchten.

Ein Problem für die deutschen Journalisten zum Beispiel ist der große Zeitunterschied. Mexiko ist sieben Stunden hinter der deutschen Zeit zurück. Wenn in Cancún der Gipfel morgens beginnt, machen viele Zeitungen in Deutschland schon bald Schluss. Da bleibt nicht viel Zeit, um das Neueste vom Gipfel nach Deutschland zu schicken. Damit es am nächsten morgen bei uns in der Zeitung steht.

Das bedeutet ganz früh aufstehen, meist kurz vor sechs Uhr. Dann geht es mit dem Bus eine halbe Stunde zu einer Halle, wo alle durch die Sicherheitsschleusen müssen. Es piepst wieder, beim Scannen erscheint immer auf Bildschirmen groß das Foto des Teilnehmers. Dann wird wie am Flughafen alles durchleuchtet. Weiter geht es mit einem weiteren Bus zum Konferenzzentrum. Die ganze Anreise dauert mit allen Kontrollen so etwa eineinhalb Stunden.

Damit die Zeitungen noch ihre Texte bekommen, müssen meist bis 8 Uhr erste Berichte geschrieben werden. An Tausenden Computern sitzen überall die Journalisten aus Hunderten Ländern. Sie unterhalten sich vor allem auf Englisch. Wenn irgendwer ein neues Ergebnispapier bekommen hat, wird er umzingelt, alle wollen wissen, ob es etwas bahnbrechendes Neues gibt. Für den Strand Cancún bleibt da keine Zeit, zumal es zum Ende hin Verhandlungen bis tief in die Nacht gibt.

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