Zu klein, zu dünn - Schwimmerin Britta Steffen erzählt

Schwimmerin Britta Steffen: Früher wollte man sie nicht - heute ist sie Weltmeisterin.

Sie gehört zu den schnellsten Schwimmerinnen der Welt: Britta Steffen. Heute trainiert die 27-Jährige in Berlin für große Wettkämpfe. Doch wie hat bei ihr eigentlich alles angefangen?

Britta Steffen erzählt, dass sie erst gar nicht zum Schwimm-Training sollte. Außerdem redete sie über Badeanzüge und einen juckenden Rücken.

Wie viele Badeanzüge hast du eigentlich?

Britta Steffen: "So sechs, sieben. Das geht noch. Aber früher war es halt so, dass die Stoffe nicht so lange gehalten haben. Die waren nach drei Monaten durchsichtig. Als ich noch keinen Sponsor hatte, hab ich dann schon mal zwei oder drei übereinander angezogen, das war damals auch cool. Aber das macht heute keiner mehr. Heute wird ein neuer gekauft oder du hast Glück, dass sie länger halten."

Was tust du gegen trockene Hände nach dem Schwimmen?

Britta Steffen: "Am besten eincremen. Ich habe dann immer Creme für ganz trockene Haut. Ich finde die Hände eigentlich nicht so schlimm, sondern eher den Rücken. Wenn der nicht eingecremt ist, dann kratzt und juckt das."

Wie bist du zum Schwimmen gekommen?

Britta Steffen: "In der Kindergartengruppe war ich die Sportlichste. Und als in der letzten Kindergartengruppe Sichter kamen, stand ich stolz da und dachte, jetzt wird gesagt: "Du auch". Und dann hieß es, das habe ich immer noch im Ohr: "Zu klein, zu dünn, nein". Meinen Cousin haben sie aber genommen, der war mit mir in einer Gruppe. Das fand ich eine Riesenfrechheit. Wie können die sagen, dass ich nicht dazu geeignet bin?"

Und dann?

Britta Steffen: "Meiner Mutter habe ich es dann weinend erzählt. Die hat gesagt: Dann gehst du einfach mit. Und dann saß ich am Beckenrand und habe zugeguckt, wie den anderen Kindern Schwimmen beigebracht wurde. Ich war sechs Jahre alt. Und dann fragte mich der Schwimmtrainer: "Was ist denn mit dir? Willst du nicht auch mitmachen?" Und da habe ich gesagt: "Doch, aber ich darf nicht, ich bin zu klein und zu dünn." Dann sagte er: "Ach so 'nen Quatsch.""

Wie ging es dann weiter?

Britta Steffen: "Nachdem ich mein Seepferdchen gemacht hatte, hieß es: "Wenn du möchtest, kannst du im Verein bleiben und einmal die Woche zum Schwimmen kommen." Und dann wollte ich eigentlich noch zum Schach gehen und zum Turnen und ich wollte unbedingt Spagat lernen und Räder schlagen. Das fand ich alles toll. Aber meine Eltern haben gesagt: "Es geht nur eins.""

Hat dir das Schwimmen immer Spaß gemacht?

Britta Steffen: "Als ich zum ersten Mal einen Wettkampf hatte und verloren habe, habe ich gesagt: "Ich hör auf, ich mach das nicht mehr". Und dann hat meine Mutter gesagt: "Einmal gehst du noch hin und wenn du dann nicht mehr willst, dann musst du nicht mehr." Immer wenn ich dann wieder da war, nachdem ich so eine Krise hatte, hat es mir immer wieder Spaß gemacht."

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