Kirsten Boie gibt Tipps für Geschichtenerzähler

Kirsten Boie bekommt viele Briefe von Kindern.

Woher wissen Erwachsene eigentlich, was Kinder gern lesen? Kirsten Boie fing vor rund 25 Jahren an, Bücher für Mädchen und Jungen zu schreiben. Jetzt wird sie bald 60 - das ist schon ganz schön alt. Trotzdem fallen ihr weiter neue, tolle Geschichten ein.

Wie die Abenteuer von "Seeräuber-Moses" oder die Bücher aus der Reihe "Skogland". Ihre Ideen bekommt sie auch aus Briefen, die Kinder an die Autorin schicken. Das erzählte Kirsten Boie dpa-Nachrichten für Kinder. Und sie gab noch andere Tipps für Leute, die Schriftsteller werden wollen.

Warum haben Sie angefangen, Kinderbücher zu schreiben?

Kirsten Boie: "Ich glaube, der Anfang war ungewöhnlich: Ich war Lehrerin - und das sehr gern. Dann haben mein Mann und ich erst eines und dann ein zweites Kind adoptiert. Da hat mir das Jugendamt verboten, weiter zu arbeiten. Ich habe dann nach einer Arbeit gesucht, bei der das Jugendamt mich nicht erwischen kann. Und die möglichst etwas mit Kindern zu tun hat. Da hatte ich erstmal keine Idee. Aber als ich meinen Sohn gefüttert habe, fiel mir plötzlich der Anfang für mein erstes Buch ein: Eine Geschichte über ein adoptiertes Kind, sie heißt "Paule ist ein Glücksgriff"."

Haben Sie auch schon als Kind gern geschrieben?

Kirsten Boie: "Ja, mit fünf Jahren habe ich meine ersten Geschichten geschrieben. Ich glaube, dass das bei Kindern so ist: Wenn sie lesen können, möchten sie auch schreiben. Und dann fallen ihnen Geschichten ein. Ich habe damals versucht, die Geschichten meinen Freundinnen zu erzählen. Die wollten sie aber nicht hören."

Wie blöd. Hörte niemand anders zu?

Kirsten Boie: "Nur mein kleiner Bruder hat sich manchmal mit Schokolade bestechen lassen. Doch wenn die aufgegessen war, hat er auch nicht mehr zugehört. Darum habe ich mir die Geschichten eben selbst erzählt."

Was raten Sie Mädchen oder Jungen, die gerne Schriftsteller werden möchten?

Kirsten Boie: "Ich glaube, das Allerwichtigste ist zu lesen. Das merke ich bei mir selbst. In meinem Hinterkopf ist noch ganz viel abgespeichert von dem, was ich als Kind gelesen habe. Das sind so viele verschiedene Geschichten - und in allen ist vielleicht ein kleines bisschen, das mir hilft, meine neue Geschichte zu erzählen. Ich glaube gar nicht, dass man viel anderes tun muss, als ganz viel lesen, wenn man selbst Bücher schreiben will."

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