Kinderlärm ist nicht schädlich!

Paula Honkanen-Schoberth setzt sich für die Rechte der Kinder ein.

Rufen, lachen, schreien: In Kindergärten und auf Spielplätzen kann es sehr laut werden. Manche Erwachsene beschweren sich dann und gehen sogar vor Gericht.

Das wird in Zukunft wohl nicht mehr so häufig passieren. Denn am Freitag stimmten wichtige deutsche Politiker der Änderung eines Gesetzes zu.

Das soll Klagen gegen Kinderlärm verhindern. Eine Expertin erklärt, was das heißt.

Was ändert sich damit für Kinder?

Paula Honkanen-Schoberth: "Sehr viel. Früher war Lärm einfach Lärm. Er galt als schädlich, egal ob er von Kindern, Autos oder einem Pressluftbohrer kam. Deshalb konnten Nachbarn leicht gegen Kindergärten vor Gericht gehen. Manche Kindergärten mussten deshalb sogar in Gegenden ziehen, wo keine Menschen wohnen. Oder sich hinter einer Lärmschutzwand einschließen."

Und jetzt?

Paula Honkanen-Schoberth: "Das geänderte Gesetz sagt jetzt: Kinderlärm ist nicht schädlich - im Gegensatz zu Lärm von Fabriken oder Baustellen. Das heißt: Kinder dürfen in Kitas toben und laut sein, wie sie wollen. Dagegen haben Kläger vor Gericht kaum noch eine Chance. Und das gilt übrigens auch für Spielplätze."

Dürfen Kinder nun auch auf der Straße oder zu Hause mehr Lärm machen?

Paula Honkanen-Schoberth: "Dazu sagt das Gesetz zwar nichts. Aber es sendet ein klares Signal. Und dadurch schützt es auch Kinder, die in der Wohnung oder auf der Straße spielen."

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