Keine Schule, ein Zelt als Haus: Esperanza aus Haiti

Esperanza lebt jetzt mit Verwandten in einem Zelt.

Ihr Vorname heißt übersetzt "Hoffnung". Das Mädchen Esperanza aus Haiti ist zehn Jahre alt und hat gerade schlimme Sachen erlebt.

Auf der Insel in der Karibik hat es vor etwa drei Wochen ein schlimmes Erdbeben gegeben. Esperanza ist dabei nichts passiert. Sie spielte gerade draußen, als die Erde bebte. Doch sie ist trotzdem sehr traurig: "Meine Mutter ist gestorben", erzählt das Mädchen. Außerdem ist das Haus der Familie eingestürzt. "Wir können nicht mehr in das Haus zurück, es ist alles kaputt."

Die Familie hat sich auf einem Platz in der Stadt aus Holzlatten und Bettlaken ein Zelt gebaut. Esperanza schläft auf einem Tuch auf dem Boden. Ganz viele Familien zelten im Freien. Sie haben Angst vor einem weiteren Erdbeben.

Im Moment scheint in Haiti jeden Tag die Sonne. Es ist schön warm. Aber in ein paar Wochen wird es regnen. Dann bietet das Zelt aus Stoff keinen Schutz mehr. Esperanza hofft, dass sie bald wieder in einem Haus leben kann.

Seit dem Erdbeben kann sie nicht mehr zur Schule gehen. Viele Schulen in der Stadt sind kaputt. Es sind auch viele Lehrer und Kinder bei dem Erdbeben gestorben. Esperanza geht jetzt jeden Tag zu einem Zentrum. Dort kümmern sich Betreuer um die Kinder. Esperanza spielt und singt mit den anderen Kindern. Aber sie ist nicht mehr so fröhlich wie früher. "Meine Mutter fehlt mir. Das tut weh", sagt sie auf Kreolisch. Das ist die Sprache, die in Haiti gesprochen wird. Wenn man Französisch kann, versteht man ab und zu einzelne Wörter.

In dem Zentrum gibt es auch Essen. Esperanza mag gerne Reis mit Bohnen und frittierte Bananen. Die Bananen schmecken nicht so süß wie in Deutschland, sondern fast wie Kartoffeln. Frauen braten sie auf kleinen Kohlefeuern am Straßenrand und verkaufen sie. Wenn man dort vorbeigeht, riecht es lecker.

In ein paar Wochen soll die Schule wieder anfangen. Esperanza freut sich darauf. "Ich mag die Schule. Später möchte ich Krankenschwester werden", sagt sie. Krankenschwestern waren in den ersten Tagen nach dem Erdbeben ganz wichtig. Sie haben sich um die vielen Verletzten gekümmert. Esperanza hofft ganz fest, dass es nie wieder so ein schlimmes Erdbeben gibt.

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