Die Kasseler Kinderbuchautorin Barbara Dietloff erklärt, wie man Schriftsteller wird

Keine Angst vorm Papierkorb - So wird man Schriftsteller

Heimlich durch ein Schloss schleichen oder auf hoher See Piraten jagen – in Büchern werden die wildesten Träume wahr. Menschen, die diese Geschichten erfinden und aufschreiben, heißen Schriftsteller. Barbara Dietloff (56) aus Kassel ist eine von ihnen.

„Ein Buchautor ist jemand mit viel Fantasie, der sich gut Geschichten ausdenken und sie zu Papier bringen kann“, erklärt sie.

Barbara Dietloff selbst hat schon in der Schule gern Aufsätze geschrieben. Autorin ist die Kasselerin aber erst seit 2008. „Das war ein tolles Gefühl“, beschreibt sie den Moment, in dem sie ihr erstes Buch in der Hand halten konnte. Im Oktober wurde ihr neues Buch „Traumstunden“ veröffentlicht.

Bis ein Buch erscheinen kann, vergeht meist eine ganze Menge Zeit – vor allem, wenn der Autor noch einen anderen Beruf hat. So wie Dietloff: Sie arbeitet im Gesundheitsbereich und schreibt oft ein ganzes Jahr an einer Geschichte.

Am Anfang eines Buches steht eine Idee, ein Thema, über das man schreiben könnte. „Mir kommen diese Ideen ganz unerwartet: unter der Dusche, abends im Bett – einfach so.“ Bei Traumstunden war die Idee zum Beispiel ein Kind, dass einen Traum hat. Dieses grobe Thema muss dann ausgearbeitet werden: Was soll genau geschehen, wie könnte die Handlung ablaufen? Dietloff geht dafür oft Wandern. „Dabei kann ich gut nachdenken.“

Beginnen muss das Schreiben nicht mit der Überschrift. „Das klappt meist nicht. Ich rate: einfach anfangen und aufschreiben, was einem gerade einfällt.“ Ein Buch kann also auch in der Mitte oder am Ende begonnen werden.

Und was tun, wenn die Ideen ausgehen? „Autoren müssen die Geduld haben, Geschichten auch mal zur Seite zu legen. Irgendwann fällt einem ein, wie es weitergehen könnte.“ Und falls nicht: auch kein Problem. Als Autor darf man keine Angst vor dem Papierkorb haben, erklärt Dietloff. Nicht aus jeder Idee wird am Ende auch ein Buch.

Beim Schreiben müssen Autoren sehr sorgfältig sein. Dietloff: „Man muss seine Geschichte sehr bewusst lesen und sich fragen: Würde ich das als Leser verstehen?“ Außerdem müssen Autoren darauf achten, einen Spannungsbogen in der Geschichte aufzubauen. „Das bedeutet, dass am Anfang noch nicht alles verraten wird, damit man die Fantasie des Lesers anregt.“

Wenn die Geschichte fertig ist, muss das Buch in die richtige Form gebracht werden. Seitenzahlen, Ränder und Bilder müssen eingefügt werden. Das macht meist ein Verlag. Aber es gibt auch Ausnahmen: Dietloff kümmert sich zum Beispiel selbst darum. Und: Viel Geld verdienen Autoren nur selten. „Dafür muss man sehr bekannt sein.“ Artikel rechts

Schreibst du auch gern Geschichten? Dann schick uns doch mal eines deiner Werke per Email an kinder@hna.de. Vielleicht findest du dann schon bald deine Geschichte auf www.hna.de/ kinder

Kommentare