Keine Angst vor Strahlung

Wolfgang Renneberg kennt sich mit Strahlung gut aus.

Strahlung - liest und hört man überall, wenn es um ein schlimmes Unglück in Japan in Asien geht. Dort ist ein Atomkraftwerk stark beschädigt. Nun treten radioaktive Strahlen aus, die krank machen.

Wir müssen uns aber keine Sorgen machen, dass die Strahlen aus Japan hier herkommen, beruhigt Wolfgang Renneberg. Er ist Atom-Experte und erklärt:

Was ist an radioaktiven Strahlen gefährlich?

Wolfgang Renneberg: "Sie können den Körper krank machen. Sie können nämlich die kleinen Bausteine unseres Körpers - die Zellen - kaputt machen. Die Zellen funktionieren dann nicht mehr so wie sie sollen. Und sie können sterben. Die Zellen sind aber auch programmiert, ähnlich wie ein Computer. Dieses Programm regelt, was die Zellen produzieren. Die Programmierung kann durch Strahlen gestört werden, so dass die Zellen falsche Stoffe produzieren. Und es kann passieren, dass sich die Zellen unkontrolliert vermehren. So können sich Geschwüre bilden, also eine Art Zellklumpen. Die müssen nicht immer gefährlich für uns sein, können es aber sein."

Muss ich mir jetzt immer um radioaktive Strahlung Sorgen machen?

Wolfgang Renneberg: "Nein. Radioaktive Strahlung wird nur dann gefährlich, wenn man von einer zu großen Menge getroffen wird und von einer geringeren Menge zu lange bestrahlt wird. Gefährliche Mengen treten nirgends von selbst auf, außer im Weltraum, aber da leben wir ja nicht. Wir müssen also im Normalfall keine Angst haben. Große Mengen an radioaktiver Strahlung können aber zum Beispiel auftreten, wenn bei einem Atomkraftwerk ein Unglück passiert und radioaktive Strahlen austreten. Das passiert aber sehr selten, denn es gibt viele Schutzmaßnahmen, die das verhindern. In Deutschland und in Westeuropa ist das bisher noch nicht passiert."

Wie weit können diese Strahlen wandern? Müssen wir Angst haben, dass sie von Japan bis zu uns kommen?

Wolfgang Renneberg: "Nein, nein. Die Strahlen kommen hier nicht an. Da muss man sich keine Sorgen machen. Wir brauchen hier vor diesen Teilchen keine Angst haben. Denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass hier etwas davon ankommt. Und wenn doch, dann nur in sehr kleiner Menge."

Was heißt Strahlung?

Man kann sie nicht anfassen, und doch ist sie da - Strahlung. Ein Experte erklärt, wie man sich Strahlung vorstellen kann.

"Strahlung heißt, dass sich Teilchen oder Wellen ausbreiten. Das kennen wir zum Beispiel von Radiowellen. Die breiten sich aus, ohne dass man sie sieht. Auch Licht hat Strahlen. Wir sagen ja auch "Licht strahlt". Lichtstrahlen kann man sehen, wenn sie durch Wolken scheinen oder durch Staub. Radioaktive Strahlen sind vom Prinzip her vergleichbar mit Strahlen und Wellen von einem Radio - man sieht sie nicht. Der entscheidende Unterschied ist aber: Normale Strahlen von Radiosendern sind nicht gefährlich, radioaktive Strahlen schon." (dpa)

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