Kanadische Bärenkinder im Winter

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In Kanada war 2006 der Bär los. "Boo" hieß der Ausreißer, der sich für seine Freiheit unter Zäunen durchzwängte.

Wenn sich draußen der Schnee türmt, ist es in Kanadas Bärenhöhlen warm und kuschelig. Das ist auch gut so, denn im Januar und Februar kommt bei Schwarzbären und Grizzlys der Nachwuchs zur Welt.

Dabei ist die Bärenmutter um diese Zeit gar nicht putzmunter. Sie hält Winterruhe und macht nur hin und wieder die Augen auf. An Nahrung fehlt es den Kleinen aber nicht. Mutter Bär produziert genug Milch. Schließlich hat sie sich im Sommer ein dickes Fettpolster angefressen. Ihre Lieblingsspeise: Lachs, der aus dem Meer in die Flüsse zurückkehrt.

Stundenlang trinken die Bärenbabys und kuscheln sich dicht an ihre Mutter, um warm zu bleiben. Sie kommen oft als Zwillinge zur Welt, manchmal auch als Drillinge. So haben sie früh jemanden zum Balgen.

Gemessen an ihrer späteren Größe sind neugeborene Schwarzbären winzig klein: Sie wiegen zwischen 200 bis 450 Gramm, also weniger als ein erwachsenes Meerschweinchen. Wenn sie nach einigen Jahren ausgewachsen sind, bringen männliche Schwarzbären bis etwa 400 Kilo auf die Waage. Grizzlys (gesprochen: Grisslies) sind noch riesiger: Sie können manchmal sogar über 600 Kilo wiegen.

Die Provinz British Columbia an Kanadas Westküste ist berühmt für ihre Grizzlys und Schwarzbären. Im Süden der Provinz werden gerade die Olympischen Winterspiele ausgetragen. Weiter im Norden liegt ein riesiges Schutzgebiet für Bären. Dort können Besucher die Tiere prima beobachten.

Sie können sich zum Beispiel von der Stadt Prince Rupert aus mit dem Boot den Khutzeymateen-Fluss hinauffahren lassen. Dort kann man im Frühjahr Bärenmüttern und ihren Jungen zuschauen, wie sie nach dem langen Winter ihre Bäuche mit Nahrung füllen.

Verfressen und riesig: der Grizzly-Bär

Name: Grizzly-Bär (Ursus arctos horribilis)

Lebensraum: nördliche USA, Alaska, Kanada

Nahrung: Kräuter, Wurzeln, Beeren, Knollen, Fische, kleine Tiere, selten größere wie Hirsche

Länge: eineinhalb bis zweieinhalb Meter

Gewicht: 160 bis 400, manchmal mehr als 600 Kilogramm

Aussehen: meist dunkelbraun, zum Teil mit grauen Haarspitzen

Verhalten: Grizzly-Bären leben meist allein und kommen nur zur Paarung zusammen. Beim Fischfang an den Flüssen gibt es deshalb oft Streit. Die Jungen bleiben zwei bis drei Jahre bei ihrer Mutter. Grizzlys können bis zu 60 Stundenkilometer schnell laufen - schneller, als ein Auto in der Stadt fahren darf.

Besonderes Merkmal: größter Bär nach dem Eisbär

Steckbrief Schwarzbär

Name: Amerikanischer Schwarzbär (Ursus americanus)

Lebensraum: USA, Kanada, Nordmexiko

Nahrung: vor allem Früchte, Beeren, Nüsse, Gräser und Wurzeln, aber auch Insekten, kleine Tiere, Fische und Karibus

Länge: ein bis zwei Meter

Gewicht: 40 bis 250, manchmal bis 400 Kilogramm

Aussehen: meist schwarz, manchmal auch wie Zimt

Verhalten: Die Bären sind am liebsten allein unterwegs, meist in der Dämmerung. Schwarzbär-Junge werden etwa ein Jahr lang von der Mutter betreut, dann schlagen sie sich allein durch.

Besonderes Merkmal: kleinster Bär in Nordamerika

Schwarzbären können auch weiß sein

Wusstest du, dass Schwarzbären auch weiß sein können? In Kanada leben um den Ort Terrace herum viele weiße Bären in den Wäldern. Sie werden "Geister-Bären" genannt. Fachleute haben herausgefunden, dass den weißen Bären die schwarze Farbe im Fell fehlt. Sonst sind sie aber rundherum ganz normale Schwarzbären. Wer die Olympischen Spiele im Fernsehen guckt, kann weiße Bären öfter sehen: Sie stehen als lebensgroße Skulpturen in verschiedenen Sportarenen.

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