Wie Kanadas Indianer tanzen üben

Kanada ist ein modernes Land. Viele Leute gehen dort jeden Tag ins Büro wie in Deutschland auch. Anders als bei uns sind auf den Straßen aber jede Menge Indianer unterwegs.

Zu erkennen sind die Ureinwohner meist nicht: Sie haben dann dieselben Klamotten an wie alle Leute anderen auch. Federschmuck und bunte Umhänge tragen sie nur noch bei besonderen Festen - oder in Shows für Touristen.

Indianer tanzen für Olympia

In farbenprächtigen Kostümen und mit Federn als Kopfschmuck haben Indianer bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele getanzt. Auch bei der Schlussfeier an diesem Wochenende in Kanada sind sie wieder dabei.

Die kanadischen Indianer leben seit vielen Tausend Jahren in dem Land, das heute Kanada genannt wird. Neben den Comox gibt es auch noch andere Völker wie Lil'wat, Haida, Salish und Squamish. Einst gehörte ihnen das Land.

Viele Indianer sind in die Städte gezogen. Andere leben wie früher auf dem Land und in den Wäldern. Die Heimatregionen der einzelnen Indianergruppen sind besonders geschützt. Sie werden Reservate genannt. Ein Reservat liegt nahe der kleinen Stadt Courtenay auf einer Insel im Südwesten Kanadas. Dort leben die Comox-Indianer. Einige junge Leute dort mögen die alten Tänze ihres Volkes sehr gerne. Jeden Dienstagabend wird trainiert. Die Gesänge und Tänze sind, wie die Kinder sagen, Tausende von Jahren alt.

Die Schritte und Noten dazu stehen in keinem Lehrbuch. Sie werden immer von den alten an die jungen Leute weitergegeben. Niemand soll die Tänze filmen. Auch Töne aufnehmen ist verboten.

Wenn sie vor Touristen auftreten, ziehen die Comox -Kinder Jeans und Pullover aus und schlüpfen in bunte Umhänge mit den Zeichen ihres Stammes. Größere wie die 13 Jahre alten Mädchen Kia und Savannah machen mit, aber auch kleine Knirpse wie der fünfjährige Norman.

Jordan verkleidet sich für einen der Tänze als Bär. Der 13-Jährige zieht sich einen zotteligen Kunstpelz über und setzt sich eine Maske auf. Tolles Kostüm - aber beim Tanzen kommt Jordan darunter mächtig ins Schwitzen.

Hintergrund: Wie leben Indianer-Kinder in Kanada?

Morgens ein wildes Pferd fangen, mittags um den Marterpfahl tanzen und abends ins Tipi - ein Zelt - schlüpfen. Leben so Indianer-Kinder in Kanada? Jordan ist ein junger Comox-Indianer. Der 13- Jährige spielt Hockey, Basketball und Volleyball. Im Winter steigt er auf sein Snowboard. "Ich mache im Prinzip genau das, was alle anderen auch tun", sagt er auf die Frage, wie sich sein Leben von dem seiner Klassenkameraden unterscheidet, die keine Indianer sind.

In den Schulen der Gegend lernen viele junge Comox-Indianer. "Gehänselt werden wir eigentlich nicht", sagt das Mädchen Jenna. "Höchstens mal zum Spaß." Die Comox-Mädchen reiten und lesen viel. Kia möchte später "etwas mit Schauspielen" machen, Savannah will Ärztin werden.

Eines mögen die Indianer-Kinder alle gerne: die vielen Familientreffen und die enge Gemeinschaft ihres kleinen Volkes.

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