Chile: Kameras und Fleischbällchen unter der Erde

Mit Video und Telefon bleiben die Verschütteten mit ihren Familien in Kontakt.

Wie kann man das nur aushalten? Das fragen sich viele, wenn sie von den Bergleuten hören, die in Chile in Südamerika unter der Erde festsitzen. Vor mehr als einem Monat wurden sie verschüttet.

Und bis sie gerettet werden, könnte es noch einmal Monate dauern. Denn die Retter müssen durch Millionen Tonnen Gestein bohren, um zu den Männern zu gelangen.

Drei verschiedene Bohrer sollen Rettungsschächte rund 700 Meter in die Tiefe treiben. Das geht allerdings nicht so fix. Irgendwann zwischen Oktober und Dezember sollen die 33 Männer nach oben gezogen werden können.

Doch wie schafft man es, dass die Bergleute bis dahin nicht richtig krank oder verrückt werden? Die Helfer tun einiges, um den Männern in der dunklen, heißen Mine die Warterei zu erleichtern.

Drei enge Röhren reichen schon bis in den Tunnel. Durch sie wurde unter anderem Spezialkleidung hinuntergeschickt. Denn dort unten ist es sehr feucht. Und die Kleidung ist praktisch, wenn man viel schwitzt. Außerdem bekamen sie aufblasbare Matratzen.

Die Bergleute haben auch eine Kamera, mit der sie sich selbst filmen. Zum Beispiel wenn sie einen Ausschlag bekommen. Dann schicken sie die Aufnahmen nach oben und Ärzte schauen sich die Bilder an. Sie geben dann Tipps, wie man den Ausschlag am besten behandelt. Auch Fieberthermometer und ein Gerät, um den Blutdruck zu messen, wurden hinuntergeschickt.

Und natürlich Essen: Die Bergleute bekommen sogar warme Mahlzeiten, zum Beispiel gegrilltes Hühnchen oder Fleischbällchen mit Tomatensoße und Reis - und zum Nachtisch Fruchtkompott.

Familienmitglieder der Bergleute campieren seit Wochen in einem Zeltlager über der Mine. Sie haben Post unter die Erde geschickt und mit ihren Liebsten telefoniert. Und die Männer haben eine Art Leinwand bekommen, um ein Spiel der chilenischen Fußballmannschaft zu verfolgen. Jetzt hoffen alle, dass sie den Mut nicht verlieren und noch vor Weihnachten ihre Familien und Freunde wieder in die Arme schließen können.

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