Kahler Kopf: Marabus fressen tote Tiere

Marabu Adonis stolziert durch sein Gehege im Zoo von Gelsenkirchen.

Fehlen da nicht ein paar Federn? Der Kopf des afrikanischen Marabus ist ziemlich nackt.

Der Marabu ist ein großer Vogel - und auf seinem Kopf wächst nur ein bisschen Flaum. Aber das hat einen etwas ekeligen Grund: "Marabus hacken den Bauch ihrer Beute auf und gehen mit dem ganzen Kopf rein", sagt Sabine Haas vom Zoo in Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen. Hätten sie Federn auf dem Kopf, wären die ganz mit Blut besudelt. Das Ganze ist also zwar nicht lecker aber praktisch.

Afrikanische Marabus gehören wie Hyänen und Geier zu den Aufräumern in der Natur. Sie putzen weg, was andere übrig lassen. Die Vögel ernähren sich von Aas, also von toten Tieren. Dabei benutzen sie ihren gewaltigen Schnabel, um die Beute aufzuhacken. Er ist oft länger als ein großes Lineal - ungefähr 35 Zentimeter lang. Außerdem ist der Schnabel ziemlich leicht und spitz. Ein perfektes Werkzeug also für diese Marabus, die in Afrika leben, in Ländern südlich der großen Wüste Sahara.

Marabus gehören zur Familie der Störche. Das kann man zum Beispiel an den langen dünnen Beinen und dem gestelzten Gang erkennen. Ein weiteres Kennzeichen des afrikanischen Marabus ist der knallrote Kehlsack. Früher dachte man, dass er darauf seinen Schnabel ablegt. Heute weiß man, dass die Männchen damit Signale an die Weibchen senden. "Es ist entscheidend, wie aufgebläht und wie rot er ist", sagt die Fachfrau.

Oft sieht man Marabus herumstolzieren. Sie können aber auch fliegen. Dafür nutzen sie ihre grauen Schwungfedern. "Sie lassen sich mit den Aufwinden hochtragen und halten dann nach Aas Ausschau", erklärt die Expertin.

Warum finden Marabus die Trockenzeit so toll?

Wusstest du, dass die Trockenzeit für Marabus prima ist? Während andere Tiere unter der Dürre leiden, ziehen Marabus ihren Nachwuchs groß. "Sie kriegen ihre Jungtiere bei Trockenheit, weil es dann mehr Futter gibt", sagt eine Tierpflegerin. Zumindest für die Marabus: Denn sie fressen tote Tiere. Und von denen gibt es in der Trockenzeit viele.

Weiche Marabu-Federn helfen der Polizei

Was haben Marabus mit der Polizei zu tun? Sie helfen bei der Suche nach Verbrechern! Denn es gibt Pinsel aus Marabufedern. Mit deren Hilfe kann man Spuren sichtbar machen. Für den Pinsel werden die weißen Federn unter dem Schwanz benutzt, sagt eine Expertin. Diese Federn sind sehr fein und weich, deshalb verwischen sie nichts. Aber wie geht die Spurensuche genau? Auf den Pinsel wird Puder aufgetragen und dann vorsichtig auf dem Tisch, der Türklinke oder woanders verteilt. Der Puder bleibt dann etwa am Fingerabdruck haften und wird mit einer Klebefolie sichtbar gemacht. Und mit etwas Glück hilft die Marabu-Feder dann dabei, den Täter zu finden.

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