Junger Geiger reist von Konzert zu Konzert

Der 17-jährige Geiger Snorre Tidemand tut vor allem eines: fleißig üben!

Viele junge Musiker aus der ganzen Welt sind gerade in Berlin zu Gast. Sie machen mit bei einem großen Musikfest namens "Young Euro Classic". Die Musiker spielen in Orchestern - und zwar Konzerte mit klassischer Musik.

Mit dabei bei dem Festival ist auch Snorre Tidemand. Der 17-jährige Geiger kommt aus Norwegen im Norden Skandinaviens. Er ist mit dem Rias Jugendorchester in Berlin aufgetreten. Vorher war das Orchester schon durch Deutschland getourt. Snorre erzählt, warum er es mag, von Konzert zu Konzert zu reisen.

Wie bist du dazu gekommen, mit dem Rias Jugendorchester auf Tour zu gehen?

Snorre Tidemand: "Es gab ein Vorspiel bei mir in Norwegen, bei dem Musiker zur Verstärkung des Orchesters gesucht wurden. Da bin ich hingegangen und wurde angenommen. Ich war im vergangenen Jahr auch schon einmal mit dem Rias Jugendorchester unterwegs und es hat mir auch da schon viel Spaß gemacht."

Seit wann spielst du Geige?

Snorre Tidemand: "Ich habe mit neun Jahren angefangen. Damals hatte mein Vater eine Aufnahme von Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten". Das ist ein sehr berühmtes klassisches Musikstück, das aus vier Geigenkonzerten besteht. Die habe ich gehört und fand sie so toll, dass ich auch selbst Geige lernen wollte."

Es soll ein Instrument sein, das sehr schwierig zu lernen ist.

Snorre Tidemand: "Ja, es ist leider nicht so wie vielleicht bei einem Klavier, dass man schnell ein paar Stücke lernen kann. Bis es gut klingt, was man auf einer Geige spielt, dauert es oft mehrere Jahre. Aber ich liebe dieses Instrument, weil es sehr vielseitig ist. Man kann damit von Barock bis Pop fast alles spielen."

Gute Geigen sind oft sehr alt - wie alt ist deine?

Snorre Tidemand: "Sie wurde 1780 gebaut, damit ist sie tatsächlich schon sehr alt. Es ist eine italienische Geige. Über die sagt man, dass sie sich recht locker spielen lassen. Sie ist wertvoll, ich muss gut auf sie aufpassen - besonders auf Reisen."

Gefällt es dir, zu Konzerten zu reisen - so wie jetzt nach Berlin zum Jugendorchester-Festival?

Snorre Tidemand: "Ja, es ist toll, neue Menschen kennenzulernen. Und natürlich neue Orte. Auf dieser Tour haben wir aber leider kaum die Zeit gehabt, uns die Städte anzuschauen, in denen wir zu Besuch waren. Trotzdem bekommt man einen Eindruck."

Hast du bei den Auftritten auch etwas Neues gelernt?

Snorre Tidemand: "Ja, sehr viel sogar. Ich denke, ich habe wieder etwas mehr über mein Instrument gelernt und die Techniken, wie ich damit umgehen kann. Außerdem übt man, sich auf die anderen Musiker einzustellen. Das Jugendorchester-Festival ist da wirklich eine tolle Chance. Hier kommen ja ganz verschiedene Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen. Ich war jetzt zum Beispiel der einzige Musiker aus Norwegen. Die meisten kannten sich vorher nicht. Es war sehr interessant, gemeinsam Musik zu machen."

Welche Musik hörst du in deiner Freizeit gern?

Snorre Tidemand: "Da höre ich auch am liebsten klassische Musik, ich bin wohl etwas altmodisch. Ich habe ganz viele Stücke auf meinem MP3-Spieler. Meine Lieblingsmusik ist dann immer die, die ich gerade höre. Das kann mal etwas von Antonio Vivaldi sein, den ich bis heute sehr mag, oder zum Beispiel von Peter Tschaikowsky."

Wie geht es für dich nach diesem Festival weiter?

Snorre Tidemand: "Ich bin gerade an einem Musikinstitut in Norwegens Hauptstadt Oslo aufgenommen worden. Dort gibt es ein Programm für junge Musiktalente, daran darf ich teilnehmen. Für das nächste Jahr will ich mich an Musikhochschulen bewerben. Ich möchte Musik studieren und Orchestermusiker werden, das ist mein großer Traum!"

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