Jonathon lebt auf einer Insel bei Frankreich

Der neunjährige Jonathon lebt sehr gern auf einer Insel.

Eine Grundschule in einem niedlichen Dorf, drum herum Wiesen und Felder und kein weiter Spaziergang, dann ist man am Meer. So sieht es dort aus, wo der neunjährige Jonathon zur Schule geht - auf der Insel Jersey.

Das Meer mag Jonathon sehr gern. Manchmal ist es ganz zahm und manchmal stürzt es sich gegen die Klippen. Bei Flut ist es sehr nah und bei Ebbe vom Strand aus oft kaum zu sehen. Aber auch dann ist es nie besonders weit entfernt. Denn der neun Jahre alte Jonathon wohnt auf der Insel Jersey. Sie liegt vor der Küste von Nordfrankreich. Von einem Ende bis zum anderen braucht man mit dem Auto keine Stunde.

Jonathon geht im Norden der Insel zur Schule, in St. John's Village. "Village" ist Englisch und bedeutet "Dorf". Vor der Schule steht eine hübsche kleine Kirche und alles ist recht überschaubar. Aber Jonathon findet es nicht zu klein. Am liebsten möchte er immer auf Jersey bleiben. "Die Insel ist so friedlich und man kann einfach loslaufen und spielen", sagt er.

Jeden Morgen steht Jonathon um halb sieben auf. Nein: Er wacht um halb sieben auf. "Danach bleibe ich noch fünf Minuten im Bett", erzählt er. Dann zieht er sich an. Aber nicht irgendwie: An Jonathons Schule tragen alle Kinder eine Uniform. Das sind eine graue Hose, ein weißes Hemd und ein grüner Pulli. Darauf ist auch das Wappen der Schule: ein gelber Kreis mit drei grünen Figuren darin. Und drunter steht "thinking, learning, caring". Übersetzt heißt das so viel wie "denken, lernen, mitfühlen".

Jonathon bindet sich auch jeden Morgen seine grün-gelbe Krawatte um. Die gehört ebenfalls zur Uniform. Bei uns lernen die meisten Jungs erst viel später, wie so ein Krawattenknoten geht. Jonathon kann das im Schlaf: "Da ist doch gar nichts dabei", sagt er und grinst ein bisschen schüchtern. Und schwuppdiwupp haben seine Finger einen perfekten Knoten gebunden.

In Jonathons Klassenzimmer stehen Regale voller Bücher: Sachbücher, Wörterbücher, Romane. An der Wand hängen selbst gemachte Bilder und Gedichte. Und an einer Seite auch die Namen von jedem Schüler. Über dem Namen ist ein Fach aus durchsichtigem Plastik. Und darin stecken drei Kärtchen. Ein grünes mit einem lachenden Frosch, ein gelbes und ein rotes. Wenn jemand ungezogen ist, kann der Lehrer das gelbe oder das rote Kärtchen nach vorne stecken.

Am Ende jedes Halbjahres bekommen die Schüler etwas, das nennt sich "golden time" - übersetzt: "goldene Zeit". Dann dürfen sie zwei Stunden lang eine DVD schauen, spielen oder andere Dinge machen, die Spaß machen. Doch für jede rote Karte werden ihnen fünf Minuten dieser Zeit abgezogen, erzählt Jonathon. Man muss dann in einem anderen Zimmer sitzen und eine Strafarbeit machen. Zum Glück sind in Jonathons Klasse gerade alle Fächer grün.

Jersey: Viel Sonne und ein warmer Meeresstrom

Jersey gehört zu einer Gruppe von fünf Inseln vor der Küste von Frankreich. Viele Leute nennen sie Kanalinseln.

Das ist aber nicht ganz richtig, denn Jersey und die anderen Inseln liegen gar nicht im Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien. Sie befinden sich am südlichen Rand des Kanals vor der Normandie. So heißt eine Region in Nordfrankreich.

Auf Jersey leben um die 90.000 Menschen - ungefähr so viele wie in der Stadt Tübingen in Baden-Württemberg. Viele junge Leute auf Jersey beenden dort die Schule, gehen fürs Studium ein paar Jahre nach Großbritannien und kommen danach zurück.

Die Insel hat eine Menge zu bieten. Jedes Jahr zieht es viele Urlauber hierher.

Auf Jersey scheint zum Beispiel oft die Sonne und das Klima ist sehr mild. Der Golfstrom - eine Meeresströmung - bringt warmes Wasser aus dem Süden bis zu den Inseln. Deshalb gibt es hier fast nie Schnee und Frost. Und es gedeihen unzählige verschiedene Pflanzen, von denen man manche erst wieder am Mittelmeer viel weiter südlich findet. Selbst Palmen wachsen auf Jersey.

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