Präsidentschaftskandidat 2: Joachim Gauck arbeitete als Pfarrer

Joachim Gauck war mal Pfarrer.

Sein Vater war Kapitän - und eine Art Kapitän will er nun auch selbst werden. Die Rede ist von Joachim Gauck. Er tritt als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten an. Der steht an der Spitze von Deutschland.

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Joachim Gauck ist 70 Jahr alt. Er wurde am 24. Januar 1940 in Rostock geboren, einer Stadt im Norden Deutschlands. Ursprünglich wollte Joachim Gauck Reporter werden. Dafür wollte er ein bestimmtes Fach studieren, er wurde aber nicht zugelassen. Deswegen überlegte er es sich anders und wurde Pfarrer in der Evangelischen Kirche.

Als Pfarrer arbeitete er viele Jahre auch in seiner Heimatstadt Rostock. Und er setzte sich für die Rechte der Bürger ein. Das war schwer. Denn Deutschland war damals in zwei Staaten geteilt. Rostock gehörte zur Deutschen Demokratischen Republik - kurz DDR. Dort durften die Leute nicht frei ihre Meinung sagen. Man konnte dafür sogar ins Gefängnis kommen. Außerdem wurden die Menschen durch ein riesiges Netz an Spitzeln überwacht - der Staatssicherheit oder Stasi.

Doch vor mehr als 20 Jahren wurde Deutschland wiedervereint. Und Joachim Gauck bekam eine neue Aufgabe. Er wurde Chef einer wichtigen Behörde. Die wurde sogar Gauck-Behörde genannt. Sie sollte unter anderem herausfinden, wer in der Stasi war. Und sie sollte die Verbrechen der Stasi aufdecken.

Heute ist Gauck nicht mehr der Chef der Behörde. Doch trotzdem tauchte er immer mal wieder in der Presse auf, also etwa in Zeitungen und im Fernsehen. Denn er reiste immer mal wieder durchs Land und gab zum Beispiel Interviews.

Hintergrund: Was macht ein Bundespräsident?

Der Bundespräsident ist der erste Mann im Staat. Trotzdem hat er viel weniger zu sagen als etwa die Bundeskanzlerin. Er soll aber gut reden können. Die Bürger sollen nämlich von ihm erfahren, was für das Land in Zukunft wirklich wichtig ist. Das ist eine seiner wichtigsten Aufgaben.

Auch der Regierung kann der Rat eines klugen Präsidenten nützen. Er spricht mit den Leuten und hält manchmal Ansprachen, die auch im Fernsehen gezeigt werden.

Obwohl der Bundespräsident nicht viel Macht hat, geht in Deutschland einiges nicht ohne ihn. So muss er jedes Gesetz unterschreiben, bevor es gelten kann.

Außerdem ernennt er die deutsche Regierung. Er wählt die Kanzlerin und die Minister zwar nicht aus. Sie können ihre Ämter aber nur antreten, wenn sie vom Präsidenten ernannt worden sind.

Der Präsident reist auch häufig in andere Staaten, um unser Land zu vertreten. Der ehemalige Präsident Horst Köhler flog zum Beispiel oft nach Afrika.

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