Jane und George waren als Kinder im Krieg

George hat mittlerweile eine Frau und Kinder - als Kind wurde er gezwungen Soldat zu sein.

Auf eurem Schulweg fallen keine Schüsse und hinter den Büschen am Weg lauern keine Kämpfer. Zum Glück. Denn bei uns herrscht Frieden. In manchen Ländern der Erde müssen Kinder aber mit Krieg aufwachsen. Zum Beispiel in Teilen Afrikas.

Im Krieg kämpfen nicht immer nur Soldaten gegen Soldaten. In manchen Ländern in Afrika geraten oft normale Leute in einen Krieg, weil ihr Dorf plötzlich zum Ort wird, an dem geschossen und gekämpft wird. Sie müssen dann fliehen und fast alles, was sie besitzen, zurücklassen, um bloß schnell wegzukommen. Wenn sie zurückkehren, ist ihr Haus vielleicht niedergebrannt. Oder die Soldaten haben alle ihre Lebensmittel gestohlen.

Manchmal stehlen die Männer in Uniform auch Kinder - Jungen und Mädchen, die gerade mal groß genug sind, um ein Gewehr zu tragen und damit umzugehen. Diese Kinder hatten bisher meist ein normales Leben, gingen zur Schule, hüteten Vieh oder holten Wasser vom Brunnen, wie es in vielen afrikanischen Dörfern üblich ist. Aber dann sind sie von einem Tag zum anderen Kindersoldaten - und alles, was für ein Kind normalerweise zum Leben gehört, ist plötzlich vorbei.

Kindersoldaten werden oft gezwungen, sehr schlimme Dinge zu tun. Für sie gibt es keine Schule mehr und keine Spiele mit Freunden, sondern nur noch Krieg, vor dem sie nicht weglaufen können.

So ging es auch Jane und George in dem afrikanischen Land Uganda. Jane war zwölf Jahre alt, als sie entführt wurde. Ihren richtigen Namen möchte sie lieber nicht verraten. George war etwas älter. Wenn die beiden von ihrer Zeit als Kindersoldaten erzählen, dann sprechen sie von der Angst, getötet zu werden, und von Freunden, die den Krieg nicht überlebten. "Ich hatte jahrelang in Angst gelebt, dass auch ich im Busch sterbe", sagt George.

Jane und George hatten Glück - sie konnten fliehen. George wurde von seiner Familie wieder aufgenommen, aber Janes Mutter wollte nichts mehr mit ihrer Tochter zu tun haben. Sie hatte Angst, dass Jane nach all den Jahren als Kindersoldatin zu einem bösen Menschen geworden war.

Jane ist traurig, wenn sie daran denkt, dass ihre Kindheit viel zu früh vorbei war. "Für meine Freundinnen von früher ging das Leben weiter, ich habe Jahre meines Lebens verloren, in denen ich etwas hätte lernen können" erzählt sie. Heute hilft sie als erwachsene Frau anderen ehemaligen Kindersoldaten, zurück ins normale Leben zu finden. Auch George ist inzwischen erwachsen. Mit seiner Frau und seinen Kindern lebt er in einem Dorf in Uganda.

Keine Kinder in den Krieg

Eine rote Hand. Das ist das Zeichen, mit dem Menschen auf der ganzen Welt dagegen kämpfen, dass Kinder als Soldaten in den Krieg ziehen.

An diesem Donnerstag könnt ihr das Symbol wieder öfter sehen. Dann ist der Tag gegen dsn Einsatz von Kindersoldaten. Auf Englisch heißt er "Red Hand Day" - also Tag der roten Hand.

Er ist jedes Jahr am 12. Februar.

Dann drücken Kinder und Jugendliche in vielen Ländern der Welt ihren Handabdruck mit roter Farbe auf Papier. Die Abdrücke überreichen sie wichtigen Leuten wie Politikern. Und fordern sie damit auf, sich dafür einzusetzen, dass Kinder nicht in Armeen und bewaffneten Gruppen kämpfen. Dass die Mächtigen, die das veranlassen, bestraft werden. Und dass keine Waffen in Gegenden geliefert werden, in denen es Kindersoldaten gibt.

Und warum der 12. Februar? An diesem Tag vor neun Jahren trat ein Dokument der Vereinten Nationen in Kraft. Die Vereinten Nationen sind ein Zusammenschluss von fast allen Ländern der Erde. In dem Dokument wird der Missbrauch von Kindern als Soldaten verurteilt. Die Staaten, die es unterzeichnet haben, wollen sich dafür starkmachen, dass Kinder aus Kriegen herausgehalten werden.

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