Mit elf Jahren am Steuer: Justin gibt Gas im Kart

In seinem neuen Kart kann Justin sogar noch schneller heizen.

Justins Vorbilder sind Michael Schumacher und Sebastian Vettel. Das sind echte Stars der Formel 1. Der Elfjährige fährt Kartrennen. So haben auch Schumi und Vettel als Kinder angefangen.

Justin sieht die Flagge fallen und tritt aufs Gas. Die Flagge war das Startsignal, das Rennen hat begonnen. Wie Michael Schumacher oder Sebastian Vettel heizt er über die Rennstrecke. Nur dass bei ihm alles ein bisschen kleiner und langsamer ist. Justin Barth ist erst elf Jahre alt. Er fährt Rennen mit seinem Kart. Noch.

"Ich möchte unbedingt Formel-1-Rennfahrer werden. Das ist mein großer Traum", sagt der Junge aus Reichertshofen in Bayern. Oft will er gar nicht mehr aus dem Kart aussteigen, wenn er einmal drin sitzt. 180 Runden ist er mit seinem neuen Kart an einem Tag gefahren, als er endlich damit trainieren durfte. Das waren mehr als 200 Kilometer und damit fast so weit wie die Strecke zwischen München und Stuttgart.

Den neuen Rennwagen braucht Justin, weil er ab diesem Jahr nicht mehr in der Bambini-Klasse für Kinder fährt. Er kämpft nun in der Klasse KF3 um den Titel "Deutscher Junior Kart Meister". In dieser Klasse dürfen Jugendliche bis 16 Jahre fahren. Justin gehört zu den Jüngsten.

Sein neuer Kart fährt richtig schnell. Schon seinen Bambini-Kart konnte er bis knapp über 100 Kilometer in der Stunde beschleunigen. So schnell fahren Autos oft auf Landstraßen. Mit dem neuen Kart schafft Justin mehr als 140 Kilometer in der Stunde. In dem Tempo könnte er mit vielen Autos auf der Autobahn mithalten und etliche sogar überholen.

Damit nichts passiert, muss sich Justin voll konzentrieren. Und aufpassen, was seine Gegner tun. "Ich versuche mich immer von Unfällen fernzuhalten", sagt Justin. Und das klappt? Ja, meint er. "Ich weiß, wie andere die Kurven fahren. Wie sie versuchen, an einem vorbeizukommen. Ich kenne die ja schon seit zwei, drei Jahren."

Am Anfang der vergangenen Saison gehörte er noch nicht zu den Besten. "Dann hat es irgendwann klick gemacht", erzählt Justin. Und plötzlich stand er mit auf dem Siegertreppchen. Im September gewann er dann sogar den Goldpokal in der Bambini-Klasse. Den Pokal bekommt, wer beim letzten Rennen der Saison als Erster durchs Ziel fährt. Auch sein Vorbild Sebastian Vettel hielt diesen Pokal mal in den Händen, als er ungefähr so alt war wie Justin. Heute ist Sebastian Vettel Formel-1-Weltmeister.

Langer Weg vom Kartfahren in die Formel 1

Auch Thomas Lorenz ist ein begeisterter Kartfahrer. Er fährt seit mehreren Jahren, ist Mitglied im 1. Kart Club München und kennt sich gut in dem Sport aus.

Der 47-Jährige erzählt, wann man in den Kartsport einsteigen sollte und wann man auch mit schnelleren Autos Rennen fahren kann.

Wie alt sollte man sein, um Kart zu fahren?

Thomas Lorenz: "Sechs Jahre sollte man schon sein, um mit dem Rennsport anzufangen. Natürlich kann man sich auch schon vorher mal in einen Kart setzen und das ausprobieren. So wie Michael Schumacher oder Sebastian Vettel das auch gemacht haben. Die waren nicht älter als vier."

Und ab wann darf man Rennen fahren?

Thomas Lorenz: "Fahrer der kommenden Saison müssen in diesem Jahr mindestens acht Jahre alt werden. Man fängt dann in der Bambini-Klasse an. Wenn man im laufenden Jahr zwölf wird, kann man in der Juniorenklasse fahren, der KF3."

Und dann geht's in die Formel 1?

Thomas Lorenz: "Nein. Man kann zwar schon mit 14 Jahren in eine der Formelklassen einsteigen. In die Formel 1 aber noch lange nicht. Dahin kommen nur die talentiertesten Fahrer. Zuerst muss man sich noch in anderen Klassen wie der Formel BMW oder der Formel 3 beweisen. Und wer nicht ganz so hoch anfangen will, kann auch erst noch weiter Kart fahren: zum Beispiel in der KF2, in der sowohl ältere Jugendliche als auch Erwachsene fahren. Oder man steigt auf einen Schalt-Kart um. Die sind schneller als die Einsteiger-Karts und haben eine echte Gangschaltung, so wie ein Auto."

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