Vor 120 Jahren: Wie Maria nach Paris kam und studieren konnte

Paris wir kommen! - Curie und ihre Schwester schlossen einen Pakt.

Frauen an einer Universität? Vor 120 Jahren war das fast undenkbar. Frauen, so meinten viele Menschen damals, sollten sich vor allem um ihre Familien kümmern. Forschen war Männersache.

Tatsächlich durften Frauen in vielen europäischen Ländern nicht studieren. Zum Beispiel in Polen, der Heimat von Maria Sklodowska. So hieß Marie Curie vor ihrer Hochzeit mit Pierre Curie.

Maria wollte sich damit nicht abfinden. Sie wollte unbedingt Physik studieren. Wenn sie das in Polen nicht durfte, dann eben im Ausland. Sie wusste: In Frankreich an der berühmten Universität Sorbonne durften Frauen studieren. Dort wollte sie hin.

Auch Marias Schwester Bronia wollte gern in Paris studieren. Sie träumte von einem Leben als Ärztin. Doch wie sollten die beiden Mädchen das schaffen? Ein Studium im Ausland war sehr teuer. Ihre Familie hatte kaum Geld. Gerne hätte ihr Vater seinen Töchtern das Studium bezahlt - er konnte es nicht.

Maria hatte eine Idee: Bronia solle ruhig nach Paris reisen, schlug sie vor. Sie selbst wolle arbeiten gehen und Bronia regelmäßig Geld schicken. Wenn Bronia fertig sei, würde sie nachkommen. Dann solle ihre Schwester sie unterstützen. Ein verrückter Plan, nicht wahr?

Das fand auch Bronia. Deshalb wollte sie das großzügige Angebot zuerst nicht annehmen. Doch das war ihre einzige Chance. Und so stimmte sie schließlich zu und begann ihr Medizin-Studium in Paris. Nach ihrem Abschluss schrieb sie Maria, dass sie kommen könne.

Endlich! Fünf Jahre hatte Maria auf diesen Moment gewartet. Nun war es so weit. Als der Zug in der französischen Hauptstadt ankam, begann für Maria ein neues Leben. Und damit das auch alle merkten, nannte sie sich Marie.

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