Interpol jagt weltweit Verdächtige

Julian Assange hat die Internet-Plattform Wikileaks gegründet. Nach ihm wird jetzt weltweit gesucht.

Hier mal schnell ein krummes Ding drehen und dann ab in denn nächsten Flieger. Heutzutage kann man in solchen Fällenrecht einfach in ein anderes Land abhauen. Gut, dass die Polizei der meisten Ländern zusammenarbeitet.

Stell dir vor: Jemand hat ein Gemälde aus einem Museum gestohlen. In Frankreich. Aber der Dieb ist längst über alle Berge. Bis nach Argentinien in Südamerika ist er geflüchtet. Oder versteckt er sich doch in Kenia in Afrika? Wenn französische Polizisten nun in diese Länder fliegen und dort nach dem Täter suchen würden - dann wäre das total teuer und aufwendig. Und noch dazu würden die Beamten wahrscheinlich nichts erreichen. Denn wo sollen sie anfangen zu suchen...?

Um die Sache einfacher zu machen, gibt es Interpol. Das ist die Abkürzung für Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation. 188 Länder haben sich darin zusammengeschlossen - auch Deutschland.

Diese riesige weltweite Polizei-Organisation sorgt dafür, dass die Behörden in den einzelnen Staaten enger zusammenarbeiten. Etwa wenn es darum geht, Verdächtige zu schnappen. Oder gestohlene Autos wiederzufinden. Oder geklaute Kunstwerke oder Leute, die vermisst werden. Dafür pflegen die Mitarbeiter von Interpol mit dem Computer verschiedene Datenbanken. Also ellenlange Listen zum Beispiel mit Infos über gestohlene Dinge oder gesuchte Personen.

Auf so einer Fahndungsliste steht auch ein Mann aus Australien. Er heißt Julian Assange. Er hat die Internet-Plattform Wikileaks gegründet. Darauf sind gerade wieder zig geheime Berichte veröffentlicht worden. Die wollte die Regierung der USA eigentlich unter Verschluss halten. Die Aktion sorgt für viel Ärger. Und eine Menge mächtige Leute würden Julian Assange deshalb liebend gern in die Hände bekommen. Interpol sucht ihn aber wegen einer ganz anderen Sache: Er soll zwei Frauen aus Schweden misshandelt haben. Julian Assange hat die Vorwürfe aber zurückgewiesen.

Interpol hat nun eine Art Steckbrief über Julian Assange veröffentlicht. Auf Englisch heißt er "Red Notice". Übersetzt heißt das rote Mitteilung. Darüber steht fett "WANTED" - "GESUCHT". Und dann kommen der Name, das Alter und die Herkunft des Gesuchten. Wer etwas über ihn weiß, soll die Polizei in seinem Land verständigen oder sich mit einer Nachricht im Internet direkt an Interpol wenden. Bisher weiß niemand, wo sich der 39-Jährige aufhält.

So ein Steckbrief ist aber kein Befehl, ihn ins Gefängnis zu stecken. In diesem Fall hat die schwedische Polizei beantragt, dass nach dem Australier weltweit gefahndet wird. Und Interpol hilft nun dabei, dass er gefunden und erst mal festgehalten wird.

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