Hummeln tummeln sich nur im Sommer

Achtung - Hummel im Anflug: Die pelzigen Insekten werden mit lateinischem Namen auch Bombini genannt, also kleine Bombe.

Erdhummeln, Steinhummeln, Ackerhummeln... In Deutschland leben viele Hummelarten. Die Tierchen mögen es gesellig - sie leben in Staaten zusammen.

Der Boss im Nest ist die Königin. Ohne sie würde es so einen Hummelstaat gar nicht geben.

Wenn man an Sommertagen durch die Natur streicht, summt und brummt es wieder überall. Unter den Tierchen sind welche, die ein bisschen aussehen wie die dicklichen Schwestern der Honigbiene: Die Hummeln. Sie haben ganz feine Haare an ihrem Körper und wirken gemütlich. Wie die Bienen ernähren sich die Hummeln von Blütenenktar und Blütenstaub. Deshalb sind sie vor allem gut in Blumenwiesen, auf blühenden Sträuchern und Bäumen oder bunten Gärten zu bestaunen.

Etwa 30 Hummelarten gibt es in Deutschland, sagen Fachleute wie Melanie von Orlow. Sie tragen Namen wie Erdhummel, Steinhummel oder Ackerhummel. Die haarigen Insekten leben wie die Bienen in Staaten zusammen. So ein Staat wird allerdings jedes Jahr nur den Sommer über gebildet, und zwar im Frühling von seiner Königin. Diese hat als einzige aus dem Volk vom Vorjahr den Winter überlebt.

Sobald es bei uns wärmer wird, erwacht die Königin aus ihrem Winterschlaf. Dann sucht sie sich einen geeigneten Ort zum Nestbauen. Erdhummeln leben beispielsweise gerne in verlassenen Mäusenestern unter der Erde. Baumhummeln suchen sich leere Vogelnester. Und die Ackerhummeln findet man auch schon mal in einem Heuhaufen. Auch in Dächern nisten sie sich gerne ein, etwa in dem weichen Material zur Abdichtung.

Hat die Königin es sich gemütlich gemacht, legt sie Eier. Aus denen schlüpfen bald darauf ihre Untertanen als Larven. Als Nahrung sammelt sie Nektar und Pollen von Blüten - also Blütenstaub.

Der Nektar wird mit der Zunge aufgesaugt, während die Pollen an ihren Haaren haften bleiben. "Die Hummel bürstet sich beständig und bürstet die Pollen in die besonders langen Hinterbeinhaare", sagt die Hummelexpertin Melanie von Orlow. Die Pollen verfüttert die Königin an die Larven, den Nektar behält sie für sich. Als Vorrat für schlechtes Wetter lagert sie Nektar in winzigen Wachstöpfchen. Das Wachs dafür stellt die Hummel wie die Biene selbst her.

"Nach etwa zwei Wochen spinnen die nun dick und rund gefressenen Larven eine feine Hülle um sich", sagt die Fachfrau. Diese Hülle nennt man Kokon. "Darin verwandeln sie sich innerhalb von etwa zehn Tagen zur Hummel, die sich dann den Weg ins Freie beißt." Dann schwirren die Hummeln der warmen Sommerluft entgegen. Hunderte Hummeln können so einem Volk angehören. Nach und nach kümmern sie sich darum, Essen heranzuschaffen. Die Königin legt immer wieder Eier.

Gegen Ende des Sommers paaren sich die jungen Königinnen mit einem Männchen, damit die Weibchen im kommenden Jahr Eier legen können. Für die Arbeiterinnen wird es dagegen langsam schwierig, genug Nahrung zu finden. Es blühen einfach nicht mehr genug Pflanzen. Je nach Art sterben die Hummelvölker etwa zwischen August und Oktober. Die Nester bleiben leer und zerfallen, sie werden nicht wieder benutzt. Nur die neuen Königinnen überwintern - zum Beispiel in einem Komposthaufen. Und im Frühjahr geht alles wieder von vorn los.

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