Hobbys, Spaß und Liebe: So was brauchen Kinder

Lach mal: Mit der Leiterin der Arche in Berlin-Reinickendorf, hat man immer jede Menge Spaß.

Was macht dich glücklich? Mit Freunden im Musikverein Gitarre lernen oder am Sonntag mit den Eltern ins Kino gehen? Für viele Kinder aus ärmeren Familien sind solche Dinge nicht immer drin. Denn Musikverein und Kino - das kostet Geld.

Aber was brauchen Kinder eigentlich alles, um glücklich zu sein? Darüber weiß Elisabeth Rehr gut Bescheid. Sie arbeitet in einer Art Kindertreff in Berlin. Er heißt "Die Arche". Dort können Jungen und Mädchen vor allem aus ärmeren Familien zum Beispiel umsonst ein Mittagessen oder Nachhilfe bekommen.

Liebe und Geborgenheit sind wichtig, klar! Aber welche Dinge brauchen Kinder noch, um glücklich zu sein?

Elisabeth Rehr: "Es geht auch darum, dass Kinder Spaß und Freude haben können. Und dazu muss man ihnen Sachen anbieten, die ihnen Spaß machen - und wo sie möglichst auch was lernen können. Bei uns in der Arche läuft das etwa so: Wenn die Kinder gern was zum Thema Tanzen machen möchten, dann schauen wir, wer von unseren Betreuern gut tanzen kann. Und der macht dann mit den Kindern einen Tanzkurs. Dazu braucht es natürlich die richtige Musik und auch eine Anlage - und dann wird geprobt. Und am Ende führen die Kinder das Stück zum Beispiel bei einem Sommerfest auf. Das macht sie stolz und sie können zeigen, was sie draufhaben."

Und wie können Politiker da helfen?

Elisabeth Rehr: "Die Politiker müssen zeigen, dass Kinder ihnen wirklich wichtig sind. Sie müssen darum auch dafür sorgen, dass jedes Kind tatsächlich die Möglichkeit hat, zum Beispiel Tanzstunden oder Musikunterricht zu nehmen. Das heißt: Jedes Kind, das Lust auf so was hat, muss man dabei unterstützen. Auch mit Geld, wenn die Eltern die Kurse nicht bezahlen können. Manchen Kindern muss man aber auch erst mal erzählen, was sie überhaupt alles machen könnten. Nach dem Motto: "Das gibt es und das wäre vielleicht was für dich." Dazu muss es Leute geben, die Kindern solche Tipps geben können. Zum Beispiel die Leute bei uns in der Arche."

Der Staat unterstützt ärmere Familien ja schon mit Geld. Jetzt plant die Regierung auch noch Bildungsgutscheine für Kinder aus solchen Familien. Wozu sind die gut?

Elisabeth Rehr: "Wenn ich zum Beispiel schlecht in Mathe bin und unbedingt besser werden möchte, dann kann ich mit meinem Bildungsgutschein zur Nachhilfe gehen. Die ist dann umsonst, denn über den Gutschein wird das Bezahlen erledigt. Oder ich kann sagen: "Wow, ich habe Lust auf Fußball." Aber dazu braucht man einen Verein - und den können meine Eltern vielleicht nicht bezahlen. Dann kann ich da mit meinem Bildungsgutschein hingehen und fragen: "Kann ich bei euch eintreten?" Und dann sollte das auch klappen."

Sie verbringen viel Zeit mit Kindern aus ärmeren Familien. Was sagen die zu den Gutscheinen?

Elisabeth Rehr: "Sie reden schon viel drüber. Aber meist fragen sie sich, wie das überhaupt alles klappen soll. Sie wissen zum Beispiel nicht genau, wo sie dann später mal überall mit den Gutscheinen hingehen können. Da müssen die Politiker noch viel aufklären und informieren. Bevor die Gutscheine genutzt werden können, muss also noch einiges geregelt werden."

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