Das hilft Blinden im Alltag

Marina ist so gut wie blind - draußen benutzt sie einen Blindenstock.

Einen Blindenhund - den möchte Marina später haben. "Hunde können ganz viel helfen", sagt die 14-Jährige. Sie führen ihren Besitzer sicher durch den Straßenverkehr, zeigen ihm den Eingang oder Ausgang von einem Gebäude oder einen Sitzplatz in der U-Bahn

Im Moment hat Marina aber noch keinen Hund, der ihr durch den Alltag hilft. Doch es gibt andere Dinge, die ihr das Leben einfacher machen: Der Blindenstock zum Beispiel oder ein Computer mit Braille-Zeile. Der zeigt den Text vom Bildschirm in Punktschrift an. Marina kann sich vom Computer auch Texte oder Internetseiten vorlesen lassen.

Und wenn Marina wissen will, wie spät es ist, erfühlt sie das auf ihrer Uhr. Die zeigt die Uhrzeit auch in Punktschrift an.

Hintergrund: Punktschrift: Kleine Hubbel bilden Buchstaben

Matthias fährt mit den Fingern über ein Blatt Papier und liest den Text vor, der darauf steht. Das geht genauso schnell wie bei anderen Kindern, die normal sehen können. Matthias liest Blindenschrift. Man nennt diese Schrift auch Punktschrift, denn sie besteht aus kleinen erhabenen Punkten.

Je nachdem an welcher Stelle die Punkte als kleine Hubbel aus dem Blatt ragen, bilden sie zum Beispiel Buchstaben. Weil das viel Platz in Anspruch nimmt, gibt es noch eine Kurzschrift. In dieser Schrift hat das Wort "arbeitslos" zum Beispiel nur etwa fünf Zeichen, obwohl es ja eigentlich zehn Buchstaben hat. Die Punkte stehen dann für Gruppen von Buchstaben.

Matthias muss übrigens nicht mit einem Stift schreiben. Er hat eine Punktschriftmaschine. Diese sieht aus wie eine Schreibmaschine mit weniger Tasten. Dafür braucht man ein Blatt, das ein bisschen dicker ist als normales Papier. Und dann kann er loslegen.

Die Punktschrift wird übrigens auch Braille-Schrift (gesprochen: Breij-Schrift) genannt. Sie wurde von Louis Braille aus Frankreich erfunden, er lebte vor mehr als 150 Jahren. Er war auch blind.

Hintergrund 2: Manche Kinder werden blind geboren

Manche Kinder können von Geburt an nichts sehen. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass sie zu früh geboren wurden, erklärt Franz-Karl Lindner. Er ist Schulleiter an einer Blindenschule in Nordrhein-Westfalen.

Andere Kinder werden erst im Laufe der Zeit blind. Zum Beispiel weil sie bestimmte Krankheiten haben, die ihre Augen immer schlechter werden lassen.

Einige Kinder sehen nur einen kleinen Teil ihrer Umgebung. Für sie ist es so, als würden sie die ganze Zeit durch einen Tunnel schauen. Bei anderen verschwimmt alles vor den Augen - sie können nicht richtig scharf gucken.

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