Hier schneit's auch im Sommer

Josef Kardinal lässt es schneien - allerdings nur hinter kleinen Plastikkuppeln.

Eigentlich ist der Winter vorbei. Doch Josef Kardinal lässt es weiter schneien - allerdings nur hinter kleinen Plastikkuppeln. Dort aber gleich tausendfach.

Der 60-jährige Mann aus Nürnberg in Bayern sammelt Schneekugeln. Im Keller seines Hauses stehen etwa 8000 der bunten Kugeln, in denen Flocken umherwirbeln, wenn man sie kräftig schüttelt.

"Es gibt praktisch keinen Lebensbereich, dem nicht mal irgendwann eine Schneekugel gewidmet wurde", sagt der Mann mit der Brille und dem krausen Haar. In seiner Sammlung finden Besucher die typischen Winterkugeln mit Tannenbäumen oder Weihnachtsmännern. Andere Kugeln machen Werbung zum Beispiel für die Hersteller von Klebestiften, für die Deutsche Bahn, Zeitungen oder Kinofilme. Auch manche politische Parteien haben eigene Schneekugeln entworfen, zum Beispiel die CSU aus Bayern.

Die meisten Schneekugeln ersteigert Josef Kardinal im Internet - oft für wenige Euro. Auch Flohmärkte sind immer wieder eine gute Fundgrube. Und wenn er verreist, klappert er Souvenir-Läden nach Schneekugeln ab. Besonders stolz ist er auf eine Kugel aus dem Jahr 1890. Sie zeigt den berühmten Pariser Eiffelturm im winterlichen Schneegestöber.

Mit dem Sammeln allein ist es jedoch nicht getan: Der 60-Jährige muss dreimal im Jahr seine Sammlerstücke durchschütteln, damit der Schnee aus Kunststoff nicht verklumpt. Alle fünf Monate steht außerdem eine Nachfüllaktion an. Dann zieht Josef Kardinal den Stöpsel aus den Kugeln und füllt mit einer Spitze etwas Wasser nach. "Da sitze ich dann rund drei Wochen jeden Abend drei Stunden im Keller", erzählt er.

Kommentare