Heiße Sache: Stute Lascaya kriegt neue Schuhe

Lascaya hat ihren Vorderhuf auf einem Bock stehen, damit der Hufschmied raspeln kann.

Die Kunden von Falk Lichey haben vier Beine. Und alle wollen sie eines von ihm: neue Schuhe. Denn Falk ist Hufschmied. Mit seinem Kleinlaster fährt er durch die Gegend und beschlägt die Hufe von Pferden neu.

Es qualmt, es stinkt, es zischt - doch das bringt Lascaya nicht aus der Ruhe. Schließlich ist die braune Stute schon elf Jahre alt und weiß genau, dass ihr beim Schmied nichts passiert. Sie läuft auch nicht weg, als ihr Schmied Falk Lichey ein heißes Eisen auf den Huf drückt - denn weh tut ihr das nicht. Als Falk kurz danach das Eisen zum Abkühlen in einen Eimer mit Wasser wirft, zischt es laut.

"Die meisten Pferde sind sehr artig beim Schmied", erzählt Falk. Als Kind ist er geritten und wollte unbedingt einen Beruf mit Pferden haben. Inzwischen arbeitet er seit 18 Jahren als Hufschmied. Jeden Tag fährt er mit seinem Kleinlaster durch die Gegend zu seinen vierbeinigen Kunden, die meisten von ihnen kriegen neue Hufeisen.

"Sie müssen alle sechs bis acht Wochen neu beschlagen werden", sagt Falk. Denn das Horn an den Pferdehufen wächst, während die Eisen sich nicht verändern. Deshalb kann es den Pferden drücken, wenn sie nicht regelmäßig neue "Schuhe" kriegen. Außerdem laufen sich die Eisen ab, werden also immer dünner.

Heute ist Falk bei Lascaya in Neu-Anspach im Bundesland Hessen. Eine Stunde dauert es, bis er seine Arbeit dort gemacht hat. Zunächst zieht er die alten Eisen mit einer Zange vom Huf runter. Dann schneidet er mit einem Messer das überflüssige Horn weg. "Das sieht einfach aus, ist aber sehr schwere Arbeit", erzählt er.

Spannend wird es beim Schmied, wenn die Eisen geschmiedet werden. Wie für Menschen gibt es auch für Pferde verschiedene Schuhgrößen. Lascaya braucht Hufeisen in der Größe fünf. Damit die neuen Schuhe ihr möglichst gut passen, steckt Falk die vier Eisen in einen kleinen Ofen, den er in seinem Wagen immer mit dabei hat. Als er sie etwa zehn Minuten später rausholt, glühen sie dunkelrot. Jetzt sind die Eisen so heiß, dass sie geformt werden können.

Vorsichtig fasst Falk das Eisen mit einer Zange an und hält es auf den Pferdehuf. Das qualmt und stinkt schrecklich. "Ich rieche das schon gar nicht mehr", lacht der Schmied. Dann schlägt er an einem Amboss mit einem Hammer so lange auf das Eisen, bis es die richtige Größe für Lascayas Huf hat. Zum Schluss nagelt er die Eisen auf die Hufe - und Lascaya kann mit ihren neuen Schuhen davontraben.

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