Heimlich abgehauen - Ra und Mi Jong aus Nordkorea

Über das Land Nordkorea weiß man nicht viel, weil es sehr abgeschottet ist.

Ra und Mi Jong sind in Nordkorea aufgewachsen. In dem Land im Osten Asiens sind viele Menschen sehr arm und werden von der Regierung unterdrückt. Deswegen sind Ra und Mi Jong nach Südkorea geflohen. Die beiden erzählen von Erinnerungen an ihre Heimat.

Ra spielte früher gerne Fußball. Da ging sie noch zur Schule in Nordkorea, ihrem asiatischen Heimatland. Im Sportunterricht spielten die Schüler unter anderem Volleyball und Basketball. "Doch manchmal auch Fußball", sagt die 21 Jahre alte Ra, die heute in Südkorea lebt. Die Mädchen kickten zusammen mit den Jungen, erzählt sie. Sportunterricht fand zweimal bis dreimal in der Woche statt.

Fußball sei sehr beliebt in Nordkorea. Die Sportart sei bei den Mädchen beliebter als bei den Jungen gewesen, erinnert sich Ra an ihre frühere Schulzeit. Und mit einem Lächeln sagt sie: "Ich denke, die nordkoreanischen Mädchen sind stärker als die Jungen."

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Ra verließ das Land und zog nach Südkorea. Ihre Mutter wollte das so, weil es in ihrem Heimatort nur wenig zu essen gab. So kam sie im vergangenen Jahr über China nach Südkorea. Die Grenze nach China musste sie heimlich überqueren, weil es für die normalen nordkoreanischen Bürger nicht erlaubt ist, ohne eine Genehmigung in ein anderes Land zu reisen.

Ra heißt eigentlich anders. Sie nennt nicht ihren richtigen Namen und auch nicht ihr genaues Geburtsdatum. Sonst könnte es sein, dass die Behörden in Nordkorea ihre Familie dafür bestrafen, dass sie geflüchtet ist. Deswegen will die junge Frau auch nicht, dass Leser auf einem Foto sehen wie sie aussieht.

All das gilt auch für die 18 Jahre alte Mi Jong, die wie ihre Freundin Ra in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul eine Schule für nordkoreanische Flüchtlinge besucht. Wenn Mi Jong über ihr früheres Leben erzählt, schießen ihr oft Tränen in die Augen, weil sie ihre Familie in Nordkorea sehr vermisst.

Sie kam mit acht Jahren in eine Grundschule in Nordkorea, mit elf in die Mittelschule. Ihr Schultag ging von morgens um 8.00 Uhr bis zum Nachmittag. Wenn es sich eine Familie erlauben konnte, wurde den Kindern ein Paket für das Mittagessen mitgegeben. "Doch Schüler von armen Familien mussten den ganzen Tag hungern", sagt Mi Jong.

Ra blieb manchmal noch nach dem Unterricht in der Schule. Weil der Fußweg nach Hause so lang gewesen sei, habe sie lieber noch in der Schule mit den anderen Kindern gespielt, erzählt sie. "Der Unterricht dauerte bis 17.30 Uhr. Danach putzten wir die Klassenräume. Um 18.00 Uhr waren wir fertig."

Richtige Hobbys habe sie keine gehabt. Zuhause habe sie oft zusammen mit ihrer Familie ferngesehen, auch Fußball. "Doch manchmal fiel der Strom aus, so dass es schwierig war, weiter zuzugucken."

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