Haustiere mit riesen Hörnern: Watussirinder

Watussikuh Louise streift durch ihr Gehege im Gelsenkirchener Zoo.

Bei Watussirindern dreht sich alles um ihre Hörner. Die sind hell und haben dunkle Spitzen, die nach oben gebogen sind.

Der Abstand zwischen den Hörnern kann so weit sein wie die ausgebreiteten Arme eines Erwachsenen. Und laaaaang können diese Hörner werden. Je länger, desto besser, finden die Bauern in Ostafrika. "Derjenige, der das Rind mit den größten und schönsten Hörnern hat, ist der Chef im Dorf", sagt Sabine Haas vom Zoo in Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen.

Die Watussirinder sind für die Afrikaner also echt wertvoll. Deshalb werden sie meist auch nicht geschlachtet, aber man zapft ihnen Blut ab. "Die Bauern trinken die Milch der Rinder und das Blut", sagt Susan Jauch. Die 25-Jährige kümmert sich im Gelsenkirchener Zoo um die Watussirinder. Die Tiere fressen Gras und Kräuter und sind so ziemlich leicht zufriedenzustellen.

Im Osten Afrika halten sich Bauern die Watussirinder als Haustiere. Sie benutzen sogar die Kacke der Tiere - als Brennmaterial zum Feuer machen. Denn in manchen Gras- und Steppenlandschaften in Afrika wachsen kaum Bäume. Brennholz ist also schwer zu finden.

Aber Watussirinder liefern nicht nur Wärme und was zu Trinken. Sie sind auch so etwas wie ein Sparkonto. Denn statt mit Geld bezahlen viele afrikanische Hirtenfamilien immer noch mit Watussirindern.

Hintergrund: Woher kommt der Name Watussirind?

Watussirind - In dem Wort steckt die Erklärung, warum die Tiere so heißen. Denn ihren Namen haben die Rinder mit den Riesenhörnern von der Volksgruppe der Tutsi. Die Tutsi leben im Osten Afrikas zum Beispiel in dem Land Burundi. Früher wurde das Volk Watussi genannt. Die Tutsis sind vor allem Viehzüchter. Schon seit mehr als 5000 Jahren sollen sie Watussirinder züchten.

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