Zu Besuch bei Familie Riesenotter

Hmmmh, dieser Fisch schmeckt aber gut.

Pünktlich um acht Uhr knipst Tierpfleger Uwe Fischer das Licht an bei Familie Riesenotter. Es riecht etwas streng. Die fünf Familienmitglieder liegen ganz nah nebeneinander in ihrer Höhle.

"So zusammengerollt sehen sie aus wie ein richtiger Otter-Haufen", sagt Uwe Fischer. Ein großer Haufen - denn die Tiere sind keine normalen Otter, wie man sie aus Deutschland kennt, sondern Südamerikanische Riesenotter. Ein ausgewachsenes Tier kann etwa zwei Meter lang werden.

Als allererstes geht die Familie heute in ihrem Haus im Tierpark Hagenbeck in Hamburg baden. In dieser Zeit schüttet der Tierpfleger lebende Fische ins Wasser des Außengeheges - Sie sind das Frühstück. Riesenotter ernähren sich nur von frischem Fisch. Sie nehmen so genügend Vitamine zu sich.

Außerdem sind sie sehr aktive Tiere und brauchen viel Energie. Um die zu bekommen, verdrücken sie bis zu vier Kilo Fisch am Tag. Laut quiekend rennen die Otter nach draußen: Sie jagen Fische, schnellen flink durchs Wasser und springen umher. Besonders die Jungen toben so wild, dass das Wasser überall hinspritzt.

Diese Riesenotter kommen aus Südamerika. Sie leben dort normalerweise an den Ufern eines sehr großen Flusses. Er heißt Amazonas. Auch in der Wildnis leben Riesenotter immer als Familie zusammen in einem Revier.

Doch viele von ihnen gibt es nicht mehr in freier Natur. Denn Südamerikanische Riesenotter sind stark vom Aussterben bedroht. Die Menschen holzen den Regenwald ab und verschmutzen die Flüsse. Damit wird der Lebensraum der Otter immer mehr zerstört. Und auch in Zoos kann man sie nur selten bestaunen. Nicht viele Zoos in Europa haben Südamerikanische Riesenotter.

Umso mehr freuen sich die Zoos über Nachwuchs. Otterfrau Beni in Hamburg hat zum Beispiel insgesamt schon sechs Junge zur Welt gebracht. Für sie heißt das eine Menge Arbeit: spielen, Fell pflegen und den Kleinen beibringen, immer an denselben Platz aufs Klo zu gehen.

So viel Arbeit macht müde. Deshalb macht die Riesenotterfamilie regelmäßig eine "Siesta". Das ist das spanische Wort für Mittagsschlaf. Und so eine Pause machen die Leute in vielen Ländern Südamerikas. "Die Tiere sind halt richtige Südamerikaner", sagt Uwe Fischer.

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