Hamburger stimmen über Grundschule ab

Wie lange soll die Grundschule in Hamburg denn nun dauern - vier oder sechs Jahre? Die Leute in Hamburg stimmen nach den Ferien darüber ab.

Wenn die großen Ferien vorbei sind, kommen manche Schüler auf eine andere Schule. Sie haben dann zum Beispiel die Grundschule abgeschlossen und wechseln auf eine weiterführende Schule. Oft haben sie dann vier Jahre mit ihren Mitschülern in einer Klasse gehockt. So lange geht die Grundschulzeit zum Beispiel in Hamburg. Doch das könnte sich bald ändern ...

Politiker in der Stadt im Norden wollen nämlich eine Primarschule einführen. Das bedeutet: Die Schüler sollen dann ab der Einschulung sechs Jahre gemeinsam lernen. Erst danach wechseln sie auf ein Gymnasium oder eine Stadtteilschule. Für die Stadtteilschulen werden Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen zusammengelegt. Die Politiker wollen, dass die Schüler später voneinander getrennt werden.

Doch viele Bürger sind von der Idee nicht begeistert. Sie wollen, dass die Grundschule weiter über vier Jahre geht. Einige haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Sie legten sich mächtig dafür ins Zeug, dass die Politiker die Regeln nicht ändern.

An diesem Sonntag soll nun eine Entscheidung fallen: Mehr als eine Million Erwachsene in Hamburg dürfen darüber abstimmen. Sie entscheiden, ob die sechsjährige Primarschule eingeführt wird oder nicht. Diese Abstimmung nennt man Volksentscheid. Viele rechnen damit, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird.

Einige Schüler in Deutschland gehen bereits auf eine sechsjährige Grundschule. Das Schulwesen bei uns ist nämlich ziemlich kompliziert. Die Bundesländer dürfen selbst darüber bestimmen, wie es bei ihnen abläuft. Deswegen gibt es in vielen Bundesländern unterschiedliche Regeln und unterschiedliche Schulformen.

Mehrheit der Leute bestimmt, was abgeht

Volksentscheid. Das Wort fällt manchmal, wenn Erwachsene über etwas Wichtiges abstimmen. Der Begriff verrät schon, was dahinter steckt: Das Volk, die Menschen, dürfen direkt über eine Sache mitentscheiden.

Das ist nur manchmal der Fall. Meist sind es die Politiker, die Regeln und Gesetze beschließen. Dafür wurden sie vorher vom Volk gewählt. Oft dürfen die Leute selbst mitbestimmen, wenn es um kleinere Dinge geht: um Politik in Städten, Landkreisen oder Bundesländern. Etwa, wenn es neue Regeln für die Schulen geben soll. Am Sonntag stimmen zum Beispiel im Bundesland Hamburg Erwachsene über einen neuen Grundschul-Typ ab.

Das Mitbestimmen läuft in den Bundesländern meist unterschiedlich ab. Den Volksentscheid gibt es längst nicht überall. Er ist wie eine Wahl: Die Leute können per Brief oder in einem Wahllokal ihre Stimme abgeben - für oder gegen eine bestimmte Sache. Die Politiker sollen sich dann daran halten, was die Mehrheit will.

Für den Volksentscheid gibt es Regeln: Zum Beispiel gilt er nur, wenn ein bestimmter Teil der Wähler mindestens mitmacht. Zudem dauert es oft länger, bevor es überhaupt so weit ist. Denn wer eine Sache durchsetzen will, muss erst einmal viele andere Leute finden, die auch dafür sind und das auch unterschreiben. Nur wenn eine bestimmte Menge Unterschriften zusammenkommt, kann es weitergehen.

Kommentare