Halsbandsittiche sind bei uns längst heimisch

Papageien in deutschen Parks - nanu? In einigen deutschen Städten könnt ihr freilebende Halsbandsittiche beobachten. Die leuchtend grünen Vögel fühlen sich bei uns so wohl, dass sie sich stark vermehrt haben.

Der Parkplatz eines Supermarktes in der Nähe einer Autobahnbrücke: Hier stehen einige Bäume. Alles unauffällig. Doch da! Grüne Vögel sausen in Grüppchen herab und lassen sich laut kreischend auf den Ästen nieder. Leute stellen ihre Einkaufstüten ab und blicken verwundert nach oben. Selbst viele Wiesbadener wissen nicht, dass es in der Stadt in Hessen freilebende Papageien gibt. Die Vögel mit dem grün leuchtenden Gefieder und dem roten Schnabel sind Halsbandsittiche. Sie haben sich nicht nur in Wiesbaden breitgemacht.

Die Heimat der Tiere liegt eigentlich in Afrika und Asien. Doch vermutlich sind vor langer Zeit einige Sittiche aus Käfigen bei uns ausgebüxt. Sie haben gemerkt, dass es ihnen auch in Europa nicht schlecht gefällt - und sich vermehrt. Und nun könnt ihr in mehreren deutschen Städten freilebende Halsbandsittiche beobachten: etwa in Düsseldorf, Mannheim, Heidelberg oder Bonn. Auch in anderen Ländern Europas sind die Vögel inzwischen zu Hause.

In Wiesbaden gehören sie längst zu den Parks wie Eichhörnchen und Spatzen. Vor rund 35 Jahren wurden dort erstmals brütende Halsbandsittiche beobachtet. Inzwischen flattern die Schreihälse tagsüber immer häufiger über den Rhein nach Mainz. In Wiesbaden ist es ihnen wohl zu eng geworden. Zum Übernachten kehren sie aber zu ihren festen Schlafbäumen zurück.

Das Winterwetter macht den Papageien wenig aus, Halsbandsittiche sind robust. In deren Heimatregionen in Asien und Afrika kann es - wie bei uns - recht kalt werden. "In den nächsten Wochen fangen sie mit dem Brüten an", sagt Experte Detlev Franz. Die Papageien ziehen ihren Nachwuchs gern in Baumhöhlen groß. "Bei einem gefällten Altbaum in einem Schulhof habe ich mal eine Bruthöhle gesehen, die war drei Meter tief."

Steckbrief: Halsbandsittiche

Fachname: Psittacula krameri

Aussehen: Das Gefieder ist neongrün, manchmal auch blaugrün oder gelbgrün. Der Schnabel ist rot. Die Männchen haben ein paar dunkle Federn wie ein Band um den Hals.

Nahrung:Knospen, Blüten, Samen, Früchte, manchmal Insekten und Schnecken

Besonderes: Die Vögel sind sehr gesellig und können eine Menge Krach machen. Abends fliegen sie meist zu festen Schlafbäumen zurück. Es stört die Vögel dabei nicht, wenn die Bäume zum Beispiel direkt an großen Straßen stehen.

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