Hackbrett spielen: Ulkiger Name und schöne Töne

Madeleine (links) und Helene üben fleißig Hackbrettspielen.

Es gibt Instrumente, die kennt jeder. Ein Klavier zum Beispiel oder eine Flöte. Aber hast du schon mal was von einem Hackbrett gehört? Das Instrument ist Jahrhunderte alt und wird noch heute gespielt.

Wenn sich Helene und Madeleine in der Musikschule treffen, haben die beiden Mädchen immer große, eckige Koffer dabei. Darin tragen sie ihre Instrumente. Auf den ersten Blick sehen sie wie flache, dunkle Holzbretter aus. So ähnlich ist auch der Name des Instruments: Hackbrett.

Dabei hat die Musik, die man darauf macht, gar nichts mit Hacken zu tun. Im Gegenteil! Sanft schlägt die achtjährige Madeleine mit zwei dünnen Trommelstöcken auf die Saiten. Diese Stöcke werden Schlägel genannt. Fast 100 Saiten sind quer über den hohlen Holzkasten gespannt.

"Ich habe mal bei einem Konzert zugehört, wie jemand Hackbrett gespielt hat. Mir hat das so gefallen, weil die Töne so schön klingen. Danach wollte ich es unbedingt lernen", erzählt Madeleine. Seit zwei Jahren nimmt sie Unterricht an der Musikschule in Oberstaufen in Bayern und freut sich darüber, dass sie schon viele Lieder auf dem Instrument spielen kann.

Die zehnjährige Helene hat das Hackbrett bei ihrer Cousine zum ersten Mal gesehen und gehört. Vor zwei Jahren fing auch sie mit dem Unterricht an. "Es ist schwierig, die Saiten immer genau zu treffen. Manchmal haue ich auch daneben und treffe eine andere Saite oder das Holz. Das hört man dann natürlich."

Aber meistens treffen die Mädchen die richtigen Töne. Und als sie zusammen "Happy Birthday" spielen, lobt sie ihre Lehrerin Sabine Baumgartner. Nur manchmal greift sie ein - etwa wenn eine ihrer Schülerinnen eine falsche Körperhaltung einnimmt: "Warum stehst du nur auf einem Fuß? Du bist doch kein Storch! Stell dich mit beiden Füßen auf den Boden, dann hast du viel mehr Halt", meint sie.

Die 14-jährige Leonie hat schon mehr Erfahrung im Hackbrettspielen. Sie spielt seit sieben Jahren und ist im Kurs für Fortgeschrittene. "Als ich angefangen habe, war das Hackbrett größer als ich", erzählt Leonie lachend. Und dann schwärmt sie: "Hackbrett hat einen so tollen Klang. Es hört sich viel schöner an als Gitarre."

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